Honig aus „Bonner Stadtblühten“ Auf dem SWB-Betriebshof summen die Bienen

Friesdorf · Wer an Honig denkt, der denkt vermutlich nicht direkt an Friesdorf. Doch auf dem Stadtwerke-Gelände wohnen Bienen, die den Bonner Stadthonig produzieren. Zwei Hobby-Imker betreuen die Tiere.

Die Hobby-Imker Kai Kattelmann (l.) und Tim Schneider bei der Arbeit an den Bienenstöcken auf dem SWB-Betriebsgelände in Friesdorf.

Die Hobby-Imker Kai Kattelmann (l.) und Tim Schneider bei der Arbeit an den Bienenstöcken auf dem SWB-Betriebsgelände in Friesdorf.

Foto: Petra Reuter

Zwei Lastenräder rollen durch die große Einfahrt des SWB-Betriebshofs in Friesdorf. Mit ihnen bringen die Hobby-Imker Kai Kattelmann und Tim Schneider allerlei Zubehör für die acht Bienenkästen, die auf der Grünfläche am Betriebsgelände stehen. Dank einer Kooperation mit den Stadtwerken (SWB) produzieren ihre rund 100.000 Bienen hier im Frühjahr und Sommer den Honig „Bonner Stadtblüte“.

Auf das Konzept der Bienenhaltung in der Stadt wurde eine Mitarbeiterin der SWB aufmerksam. Als man sich bei der SWB näher damit beschäftigte, beschloss man, die jungen Stadtimker zu fördern. „Es handelt sich hier um ein auf Nachhaltigkeit ausgelegtes Projekt, das wir gerne unterstützen“, begründete SWB-Sprecherin Silke Elbern. So brachten die Imker zwei Bienenstöcke auf die Grünfläche des Friesdorfer Betriebs. Inzwischen nutzen die Mitarbeiter gerne die Gelegenheit, Fragen zu stellen, wenn Kattelmann und Schneider zur Pflege der Stöcke kommen, berichtete Elbern. Dass die Imkerei beim Personal ebenso wie bei Teilnehmern von SWB-Gewinnspielen beliebt ist, zeigten die Zahlen: „Wenn der Stadthonig als Preis winkt, haben wir immer eine besonders rege Beteiligung.“

Auf dem Betriebshof sind laut den Imkern im Hochsommer bis zu 100.000 Tiere unterwegs. Im Winter reduzieren sich die hier lebenden Bienenvölker auf etwa 5000 bis 10.000 Insekten je Stock. Im Gegensatz zur Imkerei auf dem Lande oder gar zur Wanderimkerei bringen die Bienen in Bad Godesberg keinen reinen Sortenhonig in ihre Honigräume. „In der Stadt blühen auf kleinerem Raum viele verschiedene Pflanzen zur gleichen Zeit“, so Schneider. Deshalb enthält der Stadthonig Nektar-Anteile vielfältiger Blühpflanzen von der Zierblume auf dem Balkon über die Stadtbäume wie Robinien oder Kastanien bis zu Gemüsepflanzen in kleinen Gärten. Auf dem Land gebe es hingegen durch landwirtschaftliche Strukturen oft Sortenhonige wie Rapshonig, den Bienen beispielsweise in der Nähe von Rapsblüten produzieren. Auch die Erntezeiten unterscheiden sich auf dem Land und in der Stadt. „Die Blütezeiten in der Stadt liegen teilweise bis zu drei Wochen vor denen in ländlichen Gebieten“, sagt Schneider.

Honig ist nahezu ewig lange haltbar

Die Haltbarkeit des Honigs ist hingegen unabhängig vom Produktionsort. „Die hängt in der Regel vom Wassergehalt ab“, erklärte Kattelmann. Enthält die süße Masse mehr als 20 Prozent Wasser, beginnt der Honig schnell zu gären. Damit wäre die Ernte als gesunder Brotaufstrich nicht mehr zu gebrauchen. „Möglichweise wurden so die ersten Vorstufen des Mets gefunden“, mutmaßte Schneider. Den wollten die beiden aber nicht produzieren. Deshalb streben sie wie ihre Imkerkollegen in der Regel auf einen Wassergehalt unter 20 Prozent, besser 18 Prozent an. Theoretisch sei Honig so unendlich haltbar. „Man hat schon Honig in Pharaonengräbern gefunden“, verwies Schneider auf rund 2000 Jahre alte süße Ware. Dennoch müsse man sich in Europa an geltende Gesetze halten und auf jedem Glas ein Haltbarkeitsdatum anbringen. „Bei uns sind das in der Regel zwei Jahre“, so Kattelmann.

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