Verband äußert Kritik Bonnerin findet kein Taxi für ihren Bruder im Rollstuhl

Bad Godesberg · Zu Ostern freut sich Gertrud Hess auf Besuch ihres Bruders. Der sitzt im E-Rollstuhl und braucht einen Fahrdienst. Hess‘ Versuch, einen solchen zu organisieren, bleibt erfolglos. Die Behinderten-Gemeinschaft Bonn sieht darin ein strukturelles Problem.

 Ein Mann im Rollstuhl. Für Elektrorollstuhlfahrer in Bonn ist es nicht einfach, ein Taxi zu bekommen.

Ein Mann im Rollstuhl. Für Elektrorollstuhlfahrer in Bonn ist es nicht einfach, ein Taxi zu bekommen.

Foto: picture alliance/dpa/Jessica Lichetzki

Dieses Osterfest wird Gertrud Hess so schnell nicht vergessen. Ihr Bruder, der im Elektrorollstuhl sitzt, hatte sich von Karfreitag bis Ostermontag zum Besuch angesagt. Am Gründonnerstag versuchte Hess, telefonisch für ihn Taxifahrten zwischen dem Bad Godesberger Bahnhof und dem Heiderhof zu bestellen. „Nach fünf vergeblichen Anrufen merkte ich, dass das in unserer Bundesstadt Bonn nicht möglich war“, sagt Hess schulterzuckend. Dabei hatte ihre Schwester kürzlich in deren kleinem Heimatort den Behindertenfahrdienst problemlos organisieren können. „Die Argumente, mit denen die Bonner Fahrdienste mich abspeisten, erscheinen mir fadenscheinig“, sagt Gertrud Hess. Bei den meisten scheiterte es ihr zufolge daran, dass sie an Feiertagen nicht beförderten.