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Bonn: Modernisierung der Vonovia-Siedlung lässt auf sich warten

Vonovia-Siedlung an der Gotenstraße : Modernisierung in Bonn lässt auf sich warten

Die Arbeiten an den Häusern in der Gotenstraße sollten eigentlich im Sommer abgeschlossen sein. Doch die Baugenehmigung fehlt. Dadurch lässt die Modernisierung auf sich warten.

Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen sollten es sein, die die Vonovia für ihre Gebäude an der Gotenstraße angekündigt hatte. Im Mai 2018 wurden die Mieter informiert, von September bis August 2019 sollte saniert werden. „Wir haben aber kaum Veränderungen festgestellt“, berichten einige Mieter, die anonym bleiben möchten.

Zwar seien die Fenster erneuert, die Heizungsthermostate ersetzt und die Gegensprechanlage modernisiert worden. Ansonsten aber habe sich nur wenig bis nichts getan. Nach wie vor seien zum Beispiel die Balkone in schlechtem Zustand. „Ich traue mich kaum, meinen zu betreten, da er massiv bröckelt“, berichtet ein Mieter. Auch in Sachen Dämmung gebe es Nachbesserungsbedarf. „Ständig wurden Teile auf- und wieder abgebaut“, so ein Mieter. „Teils wurde die Isolierung zu hoch angebracht und wieder abgerissen.“

 Auch Arbeiten im Keller seien unbefriedigend verlaufen. Dort sollten die Decken gedämmt, dafür die Räume freigeräumt und offen gehalten werden. Die Information aber sei so kurzfristig erfolgt, dass es einigen Mietern nicht möglich gewesen sei, der Aufforderung nachzukommen. Davon aber hätte sich die beauftragte Firma nicht abhalten lassen. „Die Mitarbeiter haben Schlösser abgeschraubt, die Türen abgenommen, sind in die Abteile hineingegangen und haben verputzt.“ Die Abteile seien im Anschluss nicht wieder geschlossen worden. Und da der Putz im Keller angerührt worden sei, „war alles von einer Schmutzschicht überzogen“. Diese sei erst nach mehreren Interventionen, unter anderem seitens des Mietervereins, beseitigt worden.

Doch nicht nur das: Unter anderem sei ein provisorisches Fallrohr abgefallen, sodass das Wasser an der Fassade hinunterlief. Französische Balkone seien einfach abmontiert, der Austritt nur unzureichend gesichert worden. Und das seien nur einige Aspekte. „Wir wohnen ja quasi auf einer Dauerbaustelle“, so die Mieter, die vor allem die unzureichende Kommunikation seitens der Vonovia kritisieren. Auch auf Nachfrage sei kaum etwas zu erfahren, der Objektleiter sei schwierig zu erreichen „und gibt außerdem keine Antworten“, so der Vorwurf.

Ob und wann es weitergehen soll und was mit den angekündigten Mieterhöhungen ist? Darüber, so die Männer, seien sie nicht informiert worden. Allerdings hätten sie jüngst mit Erstaunen aus dem General-Anzeiger erfahren, dass ihre Häuser nun aufgestockt werden sollen (siehe Infobox „Aufstockung“).

„Die vorhandenen Balkone wurden aktuell noch nicht erneuert“, teilt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner auf GA-Anfrage mit. Der Grund: Die Baugenehmigung fehlt. Man rechne allerdings damit, dass sie spätestens im Frühjahr 2020 erteilt werde, so Benner. Die französischen Balkone seien entfernt worden, „da nach Aufbringung des Wärmedämmverbundsystems keine beziehungsweise nur eine geringe Austrittsfläche vorhanden gewesen wäre“. Allerdings seien die bodentiefen Fenster mit einem Geländer gesichert worden, widerspricht Benner der Darstellung der Mieter. Dass zahlreiche angekündigte Arbeiten wie die Wärmedämmung und der hydraulische Abgleich noch nicht abgeschlossen wurden, liege ebenfalls an der noch nicht erteilten Baugenehmigung. Es sei jedoch beabsichtigt, dass alle Maßnahmen „auch durchgeführt werden“, so Benner.

Und was ist mit den Arbeiten im Keller? Einige Mieter seien nicht vor Ort gewesen – wegen eines Krankenhausaufenthalts oder eines Urlaubs, sagt die Sprecherin. „Weiterhin konnten wir feststellen, dass nicht alle Kellerräume abgeschlossen waren.“ Die beauftragten Firmen seien verpflichtet, die Baustellen besenrein zu hinterlassen. Allerdings könne man nicht gewährleistern, dass die Reinigung tagesaktuell erfolge. Aber: Die Verschmutzungen seien beseitigt worden.

Bei Fragen könnten sich die Mieter jederzeit an den Objektbetreuer wenden, sagt Benner. Auch die Rufnummer des Projektleiters sei kommuniziert worden. Und: Man habe ein neues Berufsbild bei der Vonovia etabliert. „Der Quartiersmanager kümmert sich um zahlreiche Anliegen und Fragen rund um die Baustelle.“ Außerdem gebe es zusätzliche Mietsprechstunden vor Ort – so am vergangenen Mittwoch, weitere Termine sollen folgen, „damit wir den Dialog mit unseren Mietern noch weiter verbessern können“. Und was ist mit den angekündigten Mieterhöhungen? Diese sollen laut Benner erst dann kommen, wenn die Modernisierungsarbeiten abgeschlossen sind.