Messung in Bonn Erhöhte Konzentration von Pflanzenschutzmittel im Rhein gemessen

Bad Godesberg · Das Pflanzenschutzmittel Propyzamid wurde im Rhein bei Bad Godesberg in erhöhter Konzentration nachgewiesen. Das Umweltamt NRW gab eine Warnung an Polizei und Bezirksregierung ab.

Der Rhein nahe der Mehlemer Fähre.

Der Rhein nahe der Mehlemer Fähre.

Foto: Axel Vogel

Mit Hilfe des sogenannten Non-Target Screenings wurde im Rhein bei Bad Godesberg in der letzten Stich- und Tagesmischprobe eine erhöhte Konzentrationen des Pflanzenschutzmittels Propyzamid gemessen. Das teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in Nordrhein-Westfalen am Dienstag in einer öffentlichen Meldung mit. Grund zur Sorge gebe es für die Anwohner in der Region laut Lanuv-Sprecher Wilhelm Deitermann jedoch nicht.

Bei der Stichprobe handele es sich um eine Standardmessung, bei der täglich zahlreiche Stoffe auf die Überschreitung möglicher Grenzwerte analysiert würden. Am Sonntag hatte der Wert für das Pflanzenschutzmittel bei Bad Godesberg die Nachweisgrenze von 0,1 Mikrogramm pro Liter knapp überschritten und bei 0,13 Mikrogramm gelegen. „In dieser Menge und Konzentration ist der Stoff jedoch nicht schädlich“, erklärt Deitermann. Der giftige Stoff wirke sich ab dem Mikrogrammbereich schädlich auf Fische und andere Wasserorganismen aus.

Konsequenzen könne das festgestellte Mittel dem Sprecher zufolge wenn überhaupt für die flussabwärts liegende Trinkwassergewinnung haben. Gerade in den Niederlanden seien einige Verfahren anfälliger für Verunreinigungen. Diese könnten aufgrund der Warnmeldungen die konterminierte Wassermenge jedoch einfach vorbeifließen lassen, erklärte Deitermann.

„Der Würfelzucker im Bodensee“

Eine Überschreitung entsprechender Qualitätswerte komme alle paar Monate in NRW vor – zuletzt häufiger aufgrund von Ölfilmen auf der Wasseroberfläche. Um der Verunreinigung auf die Spur zu gehen, würden durch die automatische Warnmeldung immer auch die Wasserschutzpolizei und die Bezirksregierung in Düsseldorf informiert. Über eine mögliche Quelle könne Deitermann jedoch nur schwerlich spekulieren. Das Auffinden sei nun Aufgabe der Wasserschutzpolizei.

„Der Rhein ist eine Wasserautobahn und kein natürliches Gewässer“, so der Lanuv-Sprecher. Chemieanlagen, Häfen, Schiffsladungen – die Möglichkeiten für die Verunreinigung, die aller Voraussicht nach bereits vor dem nordrhein-westfälischen Rheinabschnitt stattgefunden habe, seien vielfältig. Zudem gehe es bei der Nachweismenge um teils winzige Größenordnungen. „Das ist der Würfelzucker im Bodensee“, so Deitermann.

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