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Mutmacher in der Corona-Krise : Bonner Ehepaar gibt Tipps für harte Übergangszeiten

Mutmacher in der Corona-Krise : Bonner Ehepaar gibt Tipps für harte Übergangszeiten

Wie kann ich am besten Übergangszeiten bewältigen und gestalten? Pfarrer im Ruhestand Rainer Fincke hat mit seiner Frau Ulla Peffermann-Fincke ein mutmachendes Buch vorgelegt, das genau auf diese Frage Antworten gibt.

Die Corona-Krise könnte für viele Menschen einen „Übergang zu einem neuen Bewusstsein mit weitreichenden Konsequenzen“ bedeuten, meinen Rainer Fincke, bis März Pfarrer der evangelischen Johannes-Kirchengemeinde, und seine Frau, die therapeutische Seelsorgerin Ulla Peffermann-Fincke. Sie haben beide gerade ihr zweites gemeinsames Buch herausgegeben. „Zwischen ‘Nicht mehr?’  Und ‘Noch nicht’. Übergangszeiten bewältigen und gestalten“ heißt es und ist wie der Erstling „Die Kunst, sich (nicht) verletzen zu lassen“ ein Praxisbuch, das aus den Beratungserfahrungen der beiden erwachsen ist. Ein kleines Virus beherrsche die Welt und sorge für ein kollektives Innehalten, formulieren die Autoren und plädieren dafür, die Krisenzeit nicht nur als „Schrecksekunde in der Geschichte der Menschheit“, sondern als Chance zu begreifen.

Denn „Krise meint Wendepunkt, an dem sich etwas entscheidet, Weichen gestellt werden“. Die Zeit zwischen Altem und Neuen sei immer wieder eine entscheidende Phase, in der ein neuer Fahrplan erstellt werden wolle, schreibt das Paar. Übergänge brauchten Vertrauen und Mut, Leidenschaft und Gelassenheit. Sie forderten den ganzen Menschen. „Deshalb sollten Übergänge nicht übergangen werden“, meinen die Autoren und haben ihr Buch als hilfreichen Wegbegleiter für Umbruchsituationen angelegt. „Es bietet kreative Methoden, Rituale und Impulse, die ermutigen, sich zuversichtlich auf diese besonderen Zeiten einzulassen und neue Orientierung zu finden“, sagt Peffermann-Fincke.

Das Paar verfügt zusätzlich über eine 20-jährige Erfahrung in der Erwachsenenbildung. Dabei nutzt Fincke in der spirituellen Beratung wie im Buch auch seine eigenen Pfarrerlebnisse. Er selbst habe sich Anfang 2014, als er an die Godesberger Johannes-Kirchengemeinde kam, selbst in einer Übergangssituation seines Lebens befunden, bekennt Fincke. Die Frage, ob er als eingefleischtes Nordlicht die letzten Jahre seines Pfarreinsatzes noch einmal in eine völlig andere Region, das muntere Rheinland, gehen sollte, habe ihm schlaflose Nächte bereitet. Seine Frau habe sich den Wechsel in ihre Heimatregion von Herzen gewünscht. Der spirituelle Lehrer des Paars, der Franziskanerpater Richard Rohr aus New Mexico, habe ihm zugeraten. Und dann habe er die Stelle in Bad Godesberg doch wirklich angenommen. „Und ich erlebte noch sechs intensive und erfüllende Jahre bis zum Ruhestand“, berichtet Fincke.

Übergangszeiten erlebe jeder Mensch auch ohne die Corona-Pandemie, erläutern die beiden Autoren. Im Laufe des Lebens seien wir immer wieder mit Brüchen und Umbrüchen konfrontiert: mit Umzügen, neuen beruflichen Chancen, aber auch mit dem Ende von Freundschaften und Ehen. Kinder verlassen das Haus, Eltern werden alt und pflegebedürftig, man gehe auf den Ruhestand zu. „Das gewohnte Leben hinter sich zu lassen und Neues zu beginnen, ist immer eine große Herausforderung“, betont Peffermann-Fincke. 

Im Handel erhältlich: Ulla Peffermann-Fincke und Rainer Fincke, Zwischen „Nicht mehr“ und „Noch nicht“, Vier-Türme-Verlag 2020, 18 Euro