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Rodderbergstraße: Bonnorange will Laubkonzept vorlegen

Rodderbergstraße : Bonnorange will Laubkonzept vorlegen

Das Laub der zahlreichen Bäume an ihrer Straße bereitet Anwohnern der Rodderbergstraße Kummer. Aufgeschreckt von einer Zeitungsmeldung, laut der bonnorange von den Anwohnern fordert, sie mögen das Laub auf den Gehwegen nicht einfach auf die Straße kehren, sondern selbst entsorgen, haben die Anwohner nun einen Bürgerantrag gestellt. "Wir sind nicht dazu in der Lage, die grünen Tonnen reichen dafür nicht aus", sagte Anwohner Edgar Finger. Die Entsorgung in Säcken sei eine "Zumutung", zudem wohnten in dem Bereich viele ältere Bürger, die das körperlich nicht leisten könnten. "Außerdem zahlen wir Grundsteuer und Straßenreinigungsgebühren", sagte Finger.

Ein weiteres Problem sei, dass regelmäßig bei Wind bis zu armdicke Äste von den Bäumen fielen; erst in der vergangenen Woche sei so ein Ast auf ein Auto gefallen. "Wir haben einen Rechtsanspruch und wollen nicht vom Wohlwollen einzelner Müllwerker abhängig sein", sagte Finger.

Die Stellungnahme von bonnorange zu diesem Antrag fällt denkbar knapp aus. Bei Annahme des Antrags werde das Unternehmen die für die Erbringung der zusätzlichen Leistungen erforderlichen Ressourcen sowie die damit verbundenen zusätzlichen Kosten ermitteln und dem Rat zum Beschluss vorlegen. "Eine Unverschämtheit", befand Guido Pfeiffer (Grüne) und forderte von bonnorange Lösungsvorschläge ein, denen man entnehmen könne, dass man sich "Mühe gemacht hat". Und Monika Krämer-Breuer (CDU) erinnerte bonnorange-Vorstand Olaf Schmidt daran, dass die Gesellschaft ein Dienstleister ist, der auch entsprechend auftreten sollte. "Wenn man so mit einem Bürgerantrag umgeht, sträuben sich mir die Nackenhaare", sagte Krämer-Breuer.

Lediglich Gabriele Klingmüller (SPD) nannte die Stellungnahme "sachlich und inhaltlich korrekt". Und sie verwies darauf, dass "Bäume wichtig" sind und "die Jahreszeiten dazugehören". Schmidt entschuldigte sich im Ausschuss für den Tonfall der Stellungnahme und musste zunächst feststellen, dass die Stellungnahme wohl auch auf einem Missverständnis beruht. Man sei überzeugt gewesen, dass bonnorange die Anliegerpflichten übernehmen solle. "Aber Sie wollen weiter fegen, und wir sollen das Laub entfernen?", fragte Schmidt. Nachdem dieser Punkt geklärt war, verwies Schmidt auf fehlende Mitarbeiter, Überstunden und einen unzureichenden Fuhrpark. "Wir haben unter anderem nur zwei Laubsauger", so der Vorstand, der ankündigte, dass bonnorange ein Laubkonzept erarbeiten wird. Bis es so weit ist, einigte man sich auf eine "rheinische" Lösung. "Unsere Mitarbeiter sind nicht befugt das Laub zu fragen, wo es herkommt", sagte Schmidt.