Rechten-Demo in Lannesdorf Bündnis will keine Aktionen gegen Pro NRW

Bonn · Das Bündnis "Bonn stellt sich quer", das zuletzt breite Proteste gegen die Neonazi-Demo am 1. Mai in Beuel organisiert hatte, plant keine Aktionen gegen die von Pro NRW für Samstag geplante Aktion in Lannesdorf.

"Im Koordinierungskreis sind wir uns einig, dass wir in diesem Fall von Gegenaktivitäten abraten und keine eigene Protestaktion durchführen werden", hieß es vom Bündnis. "Nach unseren Informationen werden auch von muslimischen Bonner Organisationen keine Gegenmahnwachen geplant, und auch aus Kreisen antifaschistischer Gruppen wird es wohl keine Aktivitäten geben." Das Bündnis erwarte und wünsche, dass Polizei und Innenministerium die "Hetze" verhindern.

Ob es die Möglichkeit gibt, die Aktion zu verbieten, dazu gab es auch am Dienstag keine Stellungnahme von der Polizei. Nur so viel: "Wir prüfen weiterhin alle Optionen", sagte Polizeisprecherin Daniela Lindemann. Die rechtliche Bewertung sei noch nicht abgeschlossen. "Es stehen noch Gespräche mit dem Anmelder aus." Klar sei allerdings, dass die Bonner Behörde am Samstag vom Führungsstab des Polizeipräsidiums Münster unterstützt wird, so Lindemann.

Die rechte Gruppierung will nach eigenen Angaben am Samstagmittag eine Mahnwache samt Kundgebung in der Nähe der König-Fahad-Akademie in Bad Godesberg abhalten. Während der Veranstaltung wollen die Teilnehmer auch Karikaturen des Propheten Mohammed zeigen.

Dies war auch am 5. Mai geschehen, als es in Lannesdorf zu blutigen Ausschreitungen kam. Mehrere hundert gewaltbereite Islamisten hatten die Beamten brutal angegriffen, nachdem die rechte Gruppierung sie mit den Karikaturen provoziert hatte. 28 Polizisten wurden verletzt, drei davon schwer.

Unterdessen verteilte Pro-NRW "Jugendmagazine" über die "wachsende Islamisierung" vor Bonner Schulen am Dienstag vor der Gesamtschule in Beuel.

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