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Bäume in Bad Godesberg: Bürger wollen keine Fällung ohne Grund

Bäume in Bad Godesberg : Bürger wollen keine Fällung ohne Grund

Auf lebhaftes Interesse, aber auch reichlich Misstrauen stieß gestern Nachmittag Rolf Dung vom Amt für Stadtgrün, als er an der Ecke von Augustastraße und Jahnallee auf eine Gruppe Bürger und Kommunalpolitiker traf, die sich aus berufenem Munde über die Zukunft der Bäume in mehreren Alleen Bad Godesbergs informieren lassen wollte.

30 Personen scheuten den Ortstermin trotz zugigen Winterwetters nicht. Am Ende hatten zumindest die Anwesenden ihre Mehrheitsmeinung klar zum Ausdruck gebracht.

So sollen gesunde Bäume stehen bleiben. Dort, wo aus fachlicher Sicht gefällt werden muss, soll sukzessive nachgepflanzt werden. Ersatzpflanzungen wünschen sich die Anlieger vor allem für diejenigen Baumbeete, die bereits seit einem längeren Zeitraum verwaist sind.

Und was die Baumsorte betrifft, so sprach sich eine Mehrheit der Anwesenden deutlich vernehmbar für Robinien anstatt der von der Verwaltung favorisierten Hainbuche aus. So weit zumindest das Stimmungsbild unter den Teilnehmern des gestrigen Termins.

Rolf Dung führte hingegen auch die Position einiger ihm bekannter Anlieger ins Feld, die sich mit dem Konzept der Stadtverwaltung einverstanden gezeigt hätten. Wie berichtet, geht es um die Frage, ob die Verwaltung den schlechten Zustand und das hohe Alter einer Reihe von Straßenbäumen im Villenviertel und in Plittersdorf dazu nutzen soll, mittels Radikalschnitt und anschließender Neuanpflanzung die Alleen vollständig zu erneuern.

Dies hätte zwar einerseits den Effekt, dass die Allee ob des gleichen Alters der Bäume ein einheitliches Straßenbild aufwiese und in der betreffenden Allee für die nächsten Jahrzehnte Ruhe herrschte. Zugleich ergäbe sich jedoch der Umstand, dass die Säge auch an Bäume gesetzt würde, die zurzeit noch gesund sind.

Letzteres aber wollen die Anwohner, die gestern an dem Ortstermin teilnahmen, auf keinen Fall. Mehreren Beiträgen war deutlich das Misstrauen zu entnehmen, das sich aus vielfach seit Jahren brachliegenden Baumbeeten in ganz Godesberg zu ergeben scheint.

"Wir sind immer wieder vertröstet worden, als wir nach der Ersatzpflanzung gefragt haben", klagte eine Bürgerin. Skeptisch bewertet wurde auch der Umstand, dass das städtische Budget für Bad Godesberg die jährliche Neupflanzung von lediglich 40 Bäumen vorseht. Wenn davon, wie geplant, 23 in der Augustastraße gepflanzt würden, so ihr Argument, hätten zahlreiche andere Wartende in Bad Godesberg vorerst das Nachsehen. Entscheiden muss nun die Bezirksvertretung. Sie tagt am Mittwoch ab 17 Uhr in der Stadthalle.