1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Denkmalschutz in Bad Godesberg: Bürgerantrag zur Markuskapelle

Denkmalschutz in Bad Godesberg : Bürgerantrag zur Markuskapelle

In dem Streit um den geplanten Abriss melden sich nun Anwohner zu Wort. Sie möchten, dass der Bauherr erklärt, was er auf dem Gelände des Markusstifts vorhat.

Der geplante Abriss der Markuskapelle beschäftigt Bad Godesberger und Politik seit die Pläne bekannt geworden sind. In der Märzsitzung der Bezirksvertretung steht das Thema nun auf der Tagesordnung - in Form eines Bürgerantrags. Der Antragsteller wünscht sich, dass der Bauherr seine Pläne in einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorstellt. „Die Anwohner und Bürger von Godesberg haben ein Recht zu erfahren, was mit der Markuskapelle passiert“, so die Begründung des Bürgerantrags.

Wie berichtet, soll die Baulücke zwischen City-Terrassen und dem CBT-Wohnhaus Markusstift geschlossen werden. Dafür soll die an das Markusstift angrenzende Markuskapelle aus dem 19. Jahrhundert abgerissen werden. Auf der gesamten Fläche sollen dann ein neuer Kindergarten der katholischen Kirchengemeinde Sankt Marien und ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt mit insgesamt 22 Wohnungen entstehen.

Grünes Licht für die Abrisspläne

Die Untere Denkmalbehörde hat grünes Licht für die Abrisspläne gegeben. Denn das Objekt erfülle die Voraussetzungen nicht, um einen Denkmalwert gemäß Denkmalschutzgesetz ausreichend begründen zu können, „da die baulichen Veränderungen zu umfangreich sind und das städtebauliche Umfeld zu stark gestört ist“. Aus baurechtlicher Sicht habe der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Abrissgenehmigung. Diese ist allerdings mit einigen Auflagen verknüpft. Dazu zählt, dass die Kapelle von außen und innen zu dokumentieren ist, dass gestaltete Architekturteile wie Säulen und Kapitelle zu sichern und die Abbrucharbeiten von einem Archäologen zu überwachen sind. Beim Abbruch könnten nämlich Reste des Vorläufers der jetzigen Kapelle aus dem 12. Jahrhundert zutage kommen.

Kommunalpolitiker von Bürger Bund und Die Godesberger äußerten sich kritisch. Es dürfe nicht sein, dass eine Kirche abgerissen werde. Vor allem, weil diese eines der wenigen kulturellen Denkmäler sei, das die sogenannte Altstadtsanierung überstanden habe. Ein Vertreter der SPD forderte eine öffentliche Informationsveranstaltung.

Die Bezirksvertretung Bad Godesberg tagt am Mittwoch, 2. März, öffentlich. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr in der Stadthalle, Koblenzer Straße.