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Müll in Grünanlagen : Bürger.Bad.Godesberg fordern, Parks besser zu reinigen

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Während der Corona-Pandemie sammelt sich in den Bad Godesberger Parkanlagen der Müll. Der Verein Bürger.Bad.Godesberg hat daher gefordert, die Reinigungsintervalle zu intensivieren. Bonnorange lehnt den Vorschlag allerdings ab.

Der Kur-, Stadt- und Redoutenpark sind in Bad Godesberg nicht nur eine grüne Oase, sondern für viele Bürgerinnen und Bürger schöne Orte, an denen sie ihre Freizeit verbringen, sich mit Freunden treffen oder einfach nur spazieren. Allerdings schätzen nicht alle Besucher die stadtnahe Natur und werfen ihren Abfall einfach auf die Grünflächen oder neben die vorhandenen Abfalleimer.

Mehr Menschen sind in den Parkanlagen unterwegs

Der Verein Bürger.Bad.Godesberg hatte nun einen Bürgerantrag gestellt, dass die Reinigungsintervalle im Kur- und Redoutenpark seitens Bonnorange wieder intensiviert werden. Denn in den Wintermonaten sind die Intervalle reduziert worden, weil die Parkanlagen bei Kälte, Schnee und Frost nicht so intensiv genutzt werden wie im Sommer. „Aufgrund der geänderten Klimabedingungen ist in der Regel nur noch an wenigen Tagen mit frostigen Temperaturen zu rechnen, sodass die Nutzung der Parkflächen als ganzjährig einzustufen ist“, so die Antragssteller.

Dabei zitiert der Verein auch aus einem früheren Antrag, den er 2018 eingereicht hatte. „Bei der Verunreinigung handelt es sich nicht nur um Papier und Folienpackungen. Gefährlicher für Kinder sind leere Alkoholflaschen, zersplitterte Flaschen und zum Teil nicht geleerte Getränkebehälter“, schrieb der Verein damals. Dabei verwies er darauf, dass die Flaschen oftmals in der Nähe des Spielplatzes im Kurpark liegen würden.

Bonnorange bestätigt größere Müllmengen in Parks

Derzeit sei eine stärkere Vermüllung des Parks besonders in den Nächten an den Wochenenden festzustellen. „Hier müsste vor allem möglichst früh am Vormittag eine Reinigung beziehungsweise eine Kontrolle stattfinden, wenn das Erscheinungsbild wieder positiv werden soll“, heißt es in dem Antrag, der eigentlich am 16. Dezember von den Mitgliedern der Bezirksvertretung Bad Godesberg besprochen werden sollte. Die Sitzung wurde allerdings aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt. Klaus Vater vom Vorstand des Vereins Bürger.Bad.Godesberg appellierte gegenüber dem GA, dass sich etwas tun müsse, denn schließlich gehe es um das Stadtbild Bad Godesbergs.

In einer Stellungnahme bestätigt Bonnorange den Eindruck des Vereines: „Seit November 2020 ist eine stärkere Frequentierung des Stadt- beziehungsweise Kurparks sowie des Redoutenparks und eine Zunahme der damit einhergehenden Vermüllung festzustellen“, schreibt das Unternehmen in der Stellungnahme. Allerdings schreibt es auch, dass sich aufgrund der „aktuellen Corona-Beschränkungen“ die Situation im gesamten Stadtgebiet verschlechtert habe. „Es entsteht bedauerlicherweise mehr Verpackungsmüll, der oft unachtsam neben den Abfallbehältern oder in Grünanlagen entsorgt wird“, so Bonnorange. Dies betreffe in Bad Godesberg auch den Panoramapark am Rhein. „Die Verunreinigungen stellten wir bei unserer Reinigung fest, aber auch unsere Bezirksbeauftragten berichteten dies aus ihren Revieren“, so Bonnorange-Sprecher Jérôme Lefèvre. Die genannten Parkanlagen würden im Sommer auch an Feiertagen täglich gereinigt. In den Wintermonaten November bis März würden die Parkanlagen hingegen nur zweimal in der Woche und zwar montags und freitags gereinigt.

Reinigung wird über Abfallgebühr finanziert

Mittlerweile habe sich die Situation in den Parkanlagen „durch die strengeren Regeln“ des Lockdowns „etwas entspannt“, so Lefèvre. „Wir haben bereits Hotspots, deren Reinigung bisher im Auftrag von uns durch private Firmen durchgeführt wurde, wieder in unsere Obhut übernommen“, so der Sprecher weiter. Dies sei aber erst bei Vertragsende oder Vertragsverlängerung möglich.

Die Reinigung der Parkanlagen werde über die Abfallgebühr finanziert, da von den Grünflächen „im wesentlichen Siedlungsabfälle“ beseitigt werden, die von den Parkbesuchern nicht in die Papierkörbe entsorgt wurden. Daher müssten zusätzliche Reinigungsleistungen auch von allen Abfallgebührenzahlern getragen werden. „Zudem gibt es in der Bundesstadt Bonn viele vergleichbare Grünanlagen, sodass schon aus Gründen der Gleichbehandlung die Grünanlagen aller Stadtbezirke zu berücksichtigen sind“, heißt es in der Stellungnahme, „mit Übertragung der Zuständigkeit für die im öffentlichen Raum Bonns errichteten Papierkörbe am 22. September 2020 wird auch der tatsächliche Reinigungsbedarf für die Grünflächen ermittelt“. Da bislang aber noch keine belastbaren Zahlen vorliegen, werde Bonnorange den Zustand der Parkanlagen zunächst für mindestens zwölf Monate messen, die Ergebnisse dann analysieren und entsprechende Maßnahmen erarbeiten – unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Aspekte. „Sobald die konkreten Kosten für die in den Wintermonaten zu erbringenden Mehrleistungen beziffert werden können, ist auch eine Darstellung der Auswirkungen auf die Abfallgebühren möglich“, teilt Bonnorange mit. „Da die stärkere Vermüllung in vergleichbaren Grünanlagen in ganz Bonn festgestellt wurde, wäre eine Intensivierung der Reinigung mit festen Intervallen unterjährig nicht möglich, da unsere Reinigungskapazitäten effizient verplant und somit grundsätzlich ausgelastet sind. Eine Mehrleistung mit Überstunden kann dabei nur im Rahmen des Gebührenhaushaltes erfolgen“, ergänzt Lefèvre.

Bürger.Bad.Godesberg fordert langfristige Lösungen

Joachim Schäfer, Vorsitzender des Vereins Bürger.Bad.Godesberg kritisiert die Sichtweise von Bonnorange. „Es sind langfristige Lösungen notwendig, nicht nur kurzfristige Maßnahmen“, so Schäfer. Denn nicht nur um Papierkörbe sammelt sich der Müll, sondern auch um und an der Stadthalle oder dem Trinkpavillon, den der Verein von der Stadt gepachtet hat.

Aufgrund der fehlenden Zahlen empfiehlt Bonnorange den Bürgerantrag entsprechend abzulehnen, weist aber auch darauf hin, dass „gefährliche Verunreinigungen, wie zum Beispiel Glasbruch weiterhin umgehend beseitigt werden“. Dafür seien unter anderem die Bezirksbeauftragten von Bonnorange im Revier unterwegs, um eben auch solche Verschmutzungen aufzuspüren. Bürgerinnen und Bürger können Auffälliges montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr unter ☎ 02 28 / 555 27 20 melden. Auf der Internetseite www.bonnorange.de steht auch ein Kontakt-Formular bereit.