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Bürgerhaushalt: Chancen für Open-Air-Kino im Redoutenpark

Letzte Abstimmungsrunde im Bürgerhaushalt : Gute Chancen für Open-Air-Kino im Redoutenpark

Glück und Leid liegen beim Bürgerhaushalt 2021/22 für Bad Godesberg eng beieinander. Denn während die Stadt gleich zwei Ideen des Vereins Kukug (Kunst & Kultur Bad Godesberg) zur Endabstimmung zulässt, geht der Bürgerfavorit leer aus.

Wie berichtet, hatte Oliver Dilly sich für einen richtigen Skatepark an der Rigal’schen Wiese ausgesprochen. Insgesamt 161 Bürger hatten an dieser Stelle beim Portal www.bonn-macht-mit.de ihr Kreuz gesetzt. Zum einen, so der Vater eines Stunt-Scooterfahrers, seien die vorhandenen Rampen in stark sanierungsbedürftigem Zustand, zum anderen der Bereich meist von kleinen Kindern besetzt. Weshalb sich Dilly wünschte: „Es sollte strengere Regeln für die Nutzung des Skateparks geben. Zum Beispiel ein Mindestalter, welches ungefähr bei acht Jahren liegen sollte.“

Altersbeschränkung auf ältere Kinder und Jugendliche nicht umsetzbar

Die Stadt gibt dafür kein grünes Licht: „Eine Altersbeschränkung auf ältere Kinder und Jugendliche ist faktisch nicht umsetzbar.“ Durch die Einbindung der Mitarbeiter des naheliegenden Spielhauses könne während der Öffnungszeiten aber Einfluss auf die kleineren Kinder genommen werden. Ansonsten sollten Kinder und Jugendliche aufeinander zugehen und sich absprechen, damit man sich nicht gegenseitig gefährde. Immerhin hat die Verwaltung den Skaterplatz in die Spielplatzbedarfsplanung aufgenommen. Die Nutzbarkeit der Rampen und Halfpipe müsse erhalten bleiben. „Vor diesem Hintergrund sollte eine Reparatur zeitnah umgesetzt werden“, lautet die gute Nachricht an die Meister auf Rollen.

Eine gute Chance auf einen Anteil der 49.940 Euro, die dem Stadtbezirk zustehen, hat das Open-Air-Kino im Redoutenpark des Vereins Kukug. 56 Unterstützer fanden sich dafür. Allerdings müssen nun die Fürsprecher und weitere noch einmal ran und bis zum 23. März erneut ihre Stimme abgeben. „Wir können es kaum glauben“, sagt die zweite Vorsitzende Sabine Köhne-Kayser auf GA-Anfrage. Ein erstes Probesitzen mit Freunden am Mittwoch bei Sonne bestärkte sie in ihrem Ansinnen. „Zum Beleben unserer Parks wäre es doch toll, wenn es neben Musikveranstaltungen dort auch Open-Air-Kinoprogramme geben könnte.“

„Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eines Open-Air-Kinos“, lautet das Fazit der Stadt nach ihrer Prüfung. Auch wenn das Kulturamt organisatorisch nicht verantwortlich sein könne, begrüße es einen solchen Vorschlag. Hinsichtlich der Kosten stelle sich die Frage nach Art und Größe der Leinwand (etwa 30.000 Euro) und zugehöriger Technik (Projektor etwa 60.000 Euro). „Da die entsprechende fachmännische Lagerung und Auf- und Abbau zu bedenken sind, sollte man bei begrenzten Veranstaltungstagen auch über Miete nachdenken“, schlägt die Verwaltung vor. Dann müsse man von 1000 Euro für den Projektor und 500 Euro für die Leinwandmiete ausgehen.

Mit 22.000 Euro Gesamtkosten rechnete Kukug. „Eine Miete wäre für uns auch okay. Auf der anderen Seite könnten auch andere Vereine partizipieren, zum Beispiel das Rüngsi mit seinen Filmnächten“, meint Köhne-Kayser. Dann sei der Kauf auf lange Sicht günstiger. Einen guten Rat gibt die Stadt den Organisatoren mit auf den Weg: „Die Wahl des Veranstaltungsortes muss in enger Abstimmung mit den Bürgerdiensten und dem Amt für Umwelt und Stadtgrün erfolgen.“ Der Redoutenpark liege im Landschaftsschutzgebiet.

Ebenfalls vorstellbar ist für die Stadt, den Wunsch von Kukug nach einer mobilen Bühne umzusetzen. 53 Bürger sehen das ähnlich. „Kultur ist so wichtig, gerade in diesen irritierenden Zeiten und auf Abstand müssen wir wahrscheinlich auch noch länger bleiben“, begründet Köhne-Kayser die Idee. Outdoor-Events seien besser als indoor – und man könne so das Angebot direkt zum Konsumenten bringen in Form von Theater, Musik, Lesungen und Puppenspiel. „Kukug würde sich darum kümmern und auch die Folgekosten wie Versicherung übernehmen.“

Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit der Anmietung oder Beschaffung einer Trailer-Bühne, so die Stadt. Für eine Anhängerbühne mit 45 Quadratmetern lägen die Kosten etwa bei 37.000 Euro netto. Bei einer Anmietung kalkulieren die Fachleute inklusive Technik und Personal bis zu 3000 Euro. Denkbar wäre auch ein festgesetzter Investitionszuschuss an den Verein.

25.000 Euro für Toilette samt Installation

60 Bürger konnten dem Vorschlag eines Godesbergers folgen, dem Kleinen Theater und damit seinem Leiter Frank Oppermann unter die Arme zu greifen. „Die Verwaltung unterstützt diesen Bürgerwunsch. Mit einem Zuschuss in Höhe der Jahresbruttomiete in Höhe von 20.780 Euro kann diesem die Sorge um die anstehenden vertraglichen Verpflichtungen abgenommen werden“, heißt es in der Auswertung.

Für immerhin 55 Leute nicht zu kurios ist die vorgeschlagene Errichtung und Installation öffentlicher Komposttoiletten in Bad Godesberg. Und zwar jeweils eine fest installierte für den Bereich des Stadtparks und des Bahnhofs sowie zwei mobile Komposttoiletten für das Rheinufer. „Die Bürger schlagen sich im wahrsten Sinne des Wortes ‚in die Büsche‘“, begründet der Einreicher die Dringlichkeit.

Die Stadt scheint ebenfalls Gefallen daran gefunden zu haben, sieht nur zwei kleine Einschränkungen: „Um allen Besuchern die Nutzung von Komposttoiletten zu ermöglichen, müssten barrierefreie Modelle aufgestellt werden.“ Und da für eine solche Toilette samt Installation etwa 25.000 Euro fällig würden, könnten vom Bürgerbudget maximal zwei realisiert werden. Zudem müssten die Wartungskosten inklusive Reinigung aus dem laufenden Unterhaltungsbudget bestritten werden.

Noch fast vier Wochen lang können die Godesberger für die Top-Vorschläge abstimmen. Die Teilnahme erfolgt online auf www.bonn-macht-mit.de. Mit der Verabschiedung des Haushaltes 2021/2022 wird der Stadtrat unter Beteiligung der Bezirksvertretungen über die Bestenlisten der Bürger entscheiden.