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Förderverein Bad Godesberger Kultur setzt Zeichen: Bunte Farben gegen die Verschmutzung

Förderverein Bad Godesberger Kultur setzt Zeichen : Bunte Farben gegen die Verschmutzung

Mit einer Reihe von Stadtverschönerungsprojekten will der Förderverein Bad Godesberger Kultur und Stadt Scene ein buntes Zeichen in ihrem Kiez setzen. Um das erste Projekt kümmerte sich die Godesberger Künstlerin Jutta Roth an einem ungewöhnlichen Ort.

Achtlos weggeworfener Müll sowie Schmierereien auf Laternenpfosten und Verteilerkästen sollen in der Godesberger Innenstadt zum Alltag gehören. Mit einer Reihe von Stadtverschönerungsprojekten will der Förderverein Bad Godesberger Kultur und Stadt Scene dagegen nun ein buntes Zeichen setzen.

Die erste Aktion fand bereits am Sonntag vor dem Kurpark statt. Dort, bei der Ampel vor dem Parkhotel, sollen Passanten bisher auf einen „verschmierten und hässlichen“ Verteilerkasten geblickt haben. Bei leichtem Nieselregen hatte Künstlerin Jutta Roth nun ein leuchtendes Porträt von Ria Maternus auf den Kasten gemalt. „Sie hat ein ausdrucksstarkes Gesicht und ist eine interessante Godesberger Persönlichkeit“, erklärt Roth ihre Motivwahl.

Zehn Stunden Arbeit am Verteilerkasten

Für das Porträt habe sie eine Fotoauswahl von Maternus als Vorlage genommen. Die knalligen Acryltöne sollen den Betrachter an die Popfarben der 1970er Jahre erinnern. „Ich wollte erreichen, dass die Menschen, die hier unterwegs sind, auf Maternus aufmerksam werden“, sagte die Künstlerin, die zuvor das Porträt auf eine Leinwand gemalt hatte.

Wegen der Corona-Pandemie musste Roth ihre Kunst hauptsächlich online zeigen. Umso mehr freute sich die Godesbergerin, wieder in der Öffentlichkeit malen zu dürfen. Zehn Stunden lang arbeitete Roth an dem Verteilerkasten. Einige Passanten blieben währenddessen neugierig am Tisch der Künstlerin stehen, stellten Fragen und lobten die Aktion.

Vereinsvorsitzende Angela Biller, die ebenfalls zur Stelle war, zeigte sich begeistert vom neuen Farbengewand. „Wir konnten Jutta Roth dafür gewinnen, den Verteilerkasten in einer Art Performance neu zu gestalten und stellen die Künstlerin auch mit einem ausführlichen Atelierbesuch auf unserer Homepage vor“, sagte sie.

Viele bürgerschaftliche Initiativen sind bereits aktiv

Die Aktion sei nach Absprache mit dem Tiefbauamt der Stadt Bonn geschehen. Der Förderverein verwies in diesem Zuge auf weitere „Schmuddelecken“ in der Godesberger City und bemängelte die „Interesselosigkeit“ einiger Godesberger. „Wir wollen dem Gefühl von Machtlosigkeit, der Vermüllung und der Vernachlässigung des grundsätzlich attraktiven Erscheinungsbilds etwas entgegensetzen“, sagte Biller.

Das erste Projekt sei nun mit der Umgestaltungsmaßnahme am Verteilerkasten geglückt. Weitere sollen folgen. Welche konkret das aber sein sollen, wollte Biller zunächst nicht benennen. „Die Pflege und Verschönerung der Bad Godesberger City möchten wir nicht nur der Politik und der Stadtverwaltung überlassen. In Bad Godesberg sind bereits viele bürgerschaftliche Initiativen aktiv, um diesen Stadtteil mitzugestalten. Bad Godesberg verfügt über angesehene Kultureinrichtungen und über reizvolle Ensembles städtebaulicher Architektur, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft“, sagte Biller. Demnach solle die „Kunst und Kultur“ in der Stadt sichtbarer werden. „Wir meinen, Kultur darf nicht in Theatern, Galerien, Konzertsälen stattfinden, sondern muss sich im gesamten Stadtbild fortsetzen. Urban Art, Cross-Over-Projekte, Scene-Diskurs, Stadtverschönerung und ein demnächst auszulobender Scene-Preis sind unsere Instrumente, um Kultur ins Stadtleben hineinzutragen.“ Infos unter www.bad-godesberger-kultur-und-stadt-scene.de.