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Photovoltaik für E-Busse: Busdepot in Friesdorf soll Solaranlage erhalten

Photovoltaik für E-Busse : Busdepot in Friesdorf soll Solaranlage erhalten

Die Bad Godesberger FDP fragt nach der Machbarkeit eines Photovoltaik-Kraftwerks. E-Busse könnten den Strom später nutzen. Die Stadtwerke kündigen ein neues Konzept für den Betriebshof an.

Bis 2030, so immer noch das Ziel der Stadtwerke Bonn (SWB), soll die Dieselbusflotte auf Elektroantrieb umgestellt sein. Geladen werden sollen die Wagen auf dem Betriebshof in Friesdorf. Das verbraucht natürlich viel Energie. Vielleicht also ist die Große Anfrage der Bad Godesberger FDP zur Nutzung von Photovoltaik auf dem 38 000 Quadratmeter großen Gelände auch vor diesem Hintergrund zu sehen.

Konkret wollte Bezirksverordneter Wolfgang Heedt von der Stadtverwaltung wissen, ob es möglich sei, über dem Depot ein Photovoltaik-Kraftwerk zu errichten. „Und zwar auf den Dächern der vorhandenen Gebäude sowie über Verkehrs- und Abstellflächen im Rahmen einer aufgeständerten Konstruktion“, so Heedt. Kosten und Rentabilität interessierten den FDP-Mann ebenfalls. Natürlich solle der produzierte Stroms vorrangig den SWB-eigenen Bedarf dort decken. Doch die Versorgung der elektrischen Bahnen und von Privathaushalten sei darüber hinaus ebenfalls denkbar. „Ein positiver Nebeneffekt einer aufgeständerten Anlage wäre auch, dass Busse nicht, wie aktuell, in der prallen Sonne stehen würden, sondern verschattet und somit nicht bereits überhitzt in Dienst gestellt würden“, meint Heedt.

Thema steht auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung

Die Stellungnahme der Stadtwerke zur Großen Anfrage für die Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch, 18. März, fällt noch sehr zurückhaltend aus. „Auf dem Dach der neuen Wartungshalle für die Elektrobusse ist bereits eine Photovoltaikanlage berücksichtigt und wird dort auch mit errichtet“, so die SWB. Zur Zeit werde aber das gesamte Nutzungskonzept des Betriebshofes Friesdorf überarbeitet. „Bei einer vollständigen Umstellung auf Elektrobusse müssen natürlich andere Anforderungen an die technischen Einrichtungen und Abläufe gestellt werden als zur Zeit“, sagte Sprecherin Veronika John auf Nachfrage des General-Anzeigers. So bräuchten die Mitarbeiter zum Beispiel eine Anlage, um auf die Busdächer zu gelangen. „Denn die Akkus sitzen dort“, führte John aus. Dabei sei die Wartung als solche einfacher, da es unter anderem kein Getriebe mehr gebe. Dafür müsse das Personal aber neu geschult werden.

Erste Erfahrungen hatten die Stadtwerke bereits mit sechs E-Bussen bei einem EU-Pilotprojekt gesammelt. „Danach haben wir beschlossen, weiter auf Elektromobilität zu setzen“, so John. Vier E-Solobusse seien bei Ebusco in den Niederlanden bestellt worden, drei  E-Gelenkbusse bei Solaris in Polen. Man rechne Ende des Jahres mit der Auslieferung. „Die Verlässlichkeit der Dieselbusse von 98 Prozent erreichen E-Busse aber noch nicht“, sagte John auch. Dafür trügen sie aber im Unternehmen einen erheblichen Anteil zur Vermeidung von Kohlendioxid bei.