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Neubauprojekt in Rheinauen-Nähe: Campus, Block oder ein Riegel

Neubauprojekt in Rheinauen-Nähe : Campus, Block oder ein Riegel

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) möchte das Grundstück gegenüber dem Forschungszentrum Caesar, zwischen Ludwig-Erhard-Allee, Kennedyallee, Franken- und Johanna-Kinkel-Straße bebauen.

Das Gelände gehört nach Auskunft der Stadt – bis auf einen Grünstreifen entlang der Ludwig-Erhard-Allee – dem Bund, genauer gesagt der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Zurzeit sind die rund 600 BSI-Mitarbeiter an mehreren Standorten im Stadtgebiet tätig, sie sollen laut Verwaltung in dem Neubau künftig unter einem Dach arbeiten. Da die Behörde wächst, werden an der Ludwig-Erhard-Allee aber wohl gut 900 Mitarbeiter unterkommen.

Noch steht nicht fest, wie die Gebäude aussehen werden, die auf dem rund 35 000 Quadratmeter großen Areal entstehen sollen. Nachdem die Bezirksvertretung in ihrer Sitzung am Mittwochabend aber ohne Diskussion die Offenlage der Pläne beschlossen hat, können die Bürger diese im Stadthaus und in der Bezirksverwaltungsstelle an der Kurfürstenallee genau unter die Lupe nehmen. Außerdem sprach sich das Gremium dafür aus, die Ideen bei einer Bürgerversammlung vorzustellen.

Fest steht laut Stadt: Die Gebäude sollen insgesamt rund 63 000 Quadratmeter Geschossfläche bieten und sich optisch in die Umgebung einfügen. Die Mitarbeiter werden das Gelände über die Johanna-Kinkel-Straße anfahren; auch an der Ludwig-Erhard-Allee kann man vorfahren, außerdem wird dort die Anlieferung installiert. Die Gebäude müssen mindestens 20 Meter von den Grundstücksgrenzen entfernt liegen, es wird eine Tiefgarage geben.

Und: Die Bäume entlang der Ludwig-Erhard-Allee müssen erhalten bleiben. Derzeit gibt es drei Vorschläge. Wenn feststeht, welcher sich durchsetzt, führt der Bund einen Wettbewerb durch. Der prämierte Entwurf soll Grundlage für das weitere Planverfahren und später umgesetzt werden, so die Verwaltung.

Variante „Campus“: Sie beinhaltet drei orthogonal zueinander stehende Gebäude. Die beiden, die an die bestehende Wohnbebauung angrenzen, sollen über fünf, das dritte über sechs Geschosse verfügen. Zur Ludwig-Erhard-Allee soll es einen so genannten Hochpunkt mit zwölf Etagen geben, er markiert die Vorfahrt und den Haupteingang. Verbunden sind die drei Gebäude durch ein Erdgeschoss. Zwar sind sie als einzelne Gebäude erkennbar, bilden aber einen Campus.

Variante „Blockstruktur“: Sie sieht vier Baublöcke mit fünf oder sechs Geschossen zur Wohnbebauung, sieben Etagen zur Ludwig-Erhard-Allee und einen zentralen Bauteil mit acht Geschossen vor. Vor diesem befindet sich der Haupteingang. „Die Variante zeichnet sich durch eine kompakte Struktur aus, bei der die einzelnen Bauteile zu der angrenzenden Bebauung deutlich abrücken“, ist in der Beschreibung zu lesen. Die Innenhöfe können im Erdgeschoss überbaut werden.

Variante „Riegelbebauung“: Es sollen zwei kammartige Gebäude installiert werden, die durch ein zentrales Element miteinander verbunden werden, das den Haupteingang kennzeichnet. Werden die Kammenden geschlossen, bilden sich Innenhöfe, die – wie bei der vorherigen Variante – im Erdgeschoss überbaut werden können. An der Ludwig-Erhard-Allee sind sieben, entlang der Wohnbebauung fünf Geschosse geplant.