Amos-Comenius-Gymnasiums in Bad Godesberg „Cheers“ auf 50 Jahre Englandaustausch

Bad Godesberg · Seit einem halben Jahrhundert besuchen Jungen und Mädchen des Amos-Comenius-Gymnasiums ihre Partnerschule in Bury. Am Donnerstag findet ein Festakt statt.

 Gemeinsames Fish-and-Chips-Essen auf dem Schulhof in Bury Foto: Volker Möbius

Gemeinsames Fish-and-Chips-Essen auf dem Schulhof in Bury Foto: Volker Möbius

Foto: Volker Möbius

Mit einem freundlichen „Cheers“ auf 50 Jahre Schüleraustausch zwischen dem Amos-Comenius-Gymnasium und der St. Edmunds County Upper School aus dem englischen Bury wird man sich wohl an diesem Donnerstag an der Behringstraße zuprosten. Denn schon seit fünf Jahrzehnten weilen – wie dieser Tage auch – jedes Frühjahr junge Briten für eine Woche in Bonn, und die deutsche Gruppe erwidert den Besuch im Sommer in der Region Cambridge. Donnerstagabend findet ab 18 Uhr der Festakt in der Schule statt.

Hier wie dort wohnen sie in Schülerfamilien. Gemeinsam besuchen sie die Schule und nutzen sie ein Kultur- und Freizeitprogramm, das einen Ganztagsausflug einschließt. Das Ganze sei sicher einer der ältesten Schüleraustausche zwischen einer staatlichen englischen und einer deutschen Schule, meinen die Amos-Lehrer Volker Möbius und Andrea Hofmann. Viele ähnliche Projekte seien ja andernorts beendet worden.

Die Amos-Schüler staunten im Schulalltag in Bury nicht schlecht, wenn sie etwa bei Lehrerin Mary Grace, genannt MG, eine ihrer legendären Japanisch-Stunden verfolgten oder in Paul Colemans Drama-Stunde plötzlich selbst improvisieren mussten. Auch der Faszination der alljährlichen Kunstausstellung in der County School könne sich kaum einer der Godesberger Schüler entziehen, meinen die Lehrer. Die jungen Briten wiederum erlebten etwa den Raum der Stille im evangelischen Gymnasium als ebenso ungewöhnlich wie die riesigen Wandgemälde, die jeder Abiturjahrgang am Amos-Schulgebäude hinterlasse.

Die unbestrittenen Höhepunkte der vergangenen Jahre waren Musical- und Konzertbesuche im Londoner Westend, wo man „The Lion King“, „Mary Poppins“ oder „Les Miserables“ sah. Die britischen Schüler staunten mit ihren deutschen Freunden in Bochum über „Starlight Express“, in Düsseldorf über „Miami Nights“, in Köln über „Saturday Night Fever“ und in Bonn über die „Abba Revival Band“. Ins „Icebreaker Aqualand“ ging es ebenso wie in die Skihalle Bottrop oder die Fordwerke in Köln, ins Haus der Geschichte in Bonn und in den Aachener Dom. Bootsfahrten auf der Themse, Barbecues in englischen Gärten, Cambridge, Ickworth House oder die skurrilen einarmigen Banditen auf Southwold Pier standen auf der Insel auf dem Programm.

Natürlich habe es auch ein paar Pleiten, Pech und Pannen gegeben: den Verlust eines Passes im Flugzeug, die Schlidderpartie auf eisglatter Straße ins Essener Folkwang Museum oder den dreistündigen Zugstopp auf offener Strecke um zwei Uhr nachts nach einer Abendveranstaltung in der Kölnarena. Egal, meinen Möbius und Hofmann und sagen: „Cheers“ auf den Englandaustausch.

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