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Godesberger Kunstverein: Collagen aus Trödel und Treibholz

Godesberger Kunstverein : Collagen aus Trödel und Treibholz

Was andere als nutzlose und unscheinbare Gegenstände oder sogar Müll ansehen, verwenden Christiane Wünsche und Ulrike Ankirchner für ihre Collagen und Objekte.

Beide Künstlerinnen lieben verschiedene Materialien wie Textilien, Stahl, Glas, Teer, Wachs, Papier und Fundstücke und hauchen ihnen in Kombination mit Farben neues Leben ein. Bei den Werken der beiden Künstlerinnen entdeckt man bei längerem Hinsehen immer mehr Details und Raffinessen.

Wünsches Objekte bestehen mal aus Stahl und zerbrochenem Glas, Super-8-Filmstreifen oder mal aus Blei mit Gehörn, Seide, Eierschalen oder Federn. Alle verarbeiteten Materialien hat sie gefunden. „Ich habe im Laufe der Jahre einen Blick dafür entwickelt und verwende alles, was mir in die Finger kommt“, sagte sie lachend. Bei Haushaltsauflösungen, Straßenarbeiten, Sperrmüll und Spaziergängen ist sie schon fündig geworden. „Aus Platzgründen muss ich mich jetzt aber einschränken“, so Wünsche.

Bei ihren Collagen verwendet sie als Grundierung Kreide und benutzt zur weiteren Bearbeitung Pigmentfarben aus dem Vergolderhandwerk. Bei der Collage „Barmherzigkeit“ hat sie Stoffquadrate, Kordeln und ein Stoffstück mit einem roten Kreuz verarbeitet. Es sei immer ein Prozess ein Objekt oder eine Collage zu fertigen, ganz selten habe sie eine fertige Vorstellung. „Am Ende ist sie aber doch immer anders als gedacht“, so Wünsche.

Ulrike Ankirchner arbeitet oft mit Acrylfarben, die sie in mehreren Schichten aufträgt, abkratzt, in Streifen verlaufen lässt und übermalt. Dadurch erhalten ihre Collagen Strukturen und fließende Übergänge, so dass man beispielsweise die eingearbeiteten Sackleinenstücke erst beim zweiten Blick bemerkt. Häufig sind in ihren Collagen Dokumente oder Papiere verarbeitet.

Bei ihrer Collage „Rheingeist“ hat sie ein Treibholz aus dem Rhein verarbeitet, im Bild „Hoffnung“ sticht eine alte verrostete Blechdose ins Auge, aus der Gras sprießt. Baumärkte, Flohmärkte, aber auch der Alltag seien spannend für das Finden von Gegenständen, die dann in einem langen Prozess zu einer Collage verarbeitet würden, sagte Ankirchner. Der Titel der Ausstellung „GeSchichten“ haben sich Wünsche und Ankirchner selbst überlegt. „Wir arbeiten beide in Schichten. In jedem Werk ist etwas Erlebtes, also Geschichte verarbeitet“, sagte Ankirchner. „Und es entstehen neue Geschichten im Kopf des Betrachters“, ergänzte Wünsche.

Die Ausstellung „GeSchichten“ geht bis Montag, 30. Januar, im Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg, Burgstraße 85.