Von der Generation Golf zu Caspar David Friedrich Darum kommt Bestsellerautor Florian Illies nach Bonn

Bad Godesberg · Von der Generation Golf zum großen Historienroman: Florian Illies ist bekannter Journalist, Bestsellerautor – und hat in Bonn studiert. Nun kommt er zu zwei Terminen in die Bundesstadt. Was ihn mit Bonn verbindet und warum er die Parkbuchhandlung unterstützt.

 Erfolgsautor Florian Illies kommt nach Bonn.

Erfolgsautor Florian Illies kommt nach Bonn.

Foto: Carlos Fuchs

Florian Illies ist wohl vielen ein Begriff, sei es als Journalist oder als Schriftsteller. Sein Buch „Generation Golf“, in dem er seine eigene, um 1970 geborene Generation kritisch inspiziert, feierte auch internationale Erfolge. Genau wie das 2012 erschienene, mitreißende Sachbuch „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“. Momentan steht Illies mit seinem fulminanten Titel „Zauber der Stille. Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten“ auf den Bestsellerlisten. Die Feuilletons feiern es als „Wunderbuch“, als „wilde Zeitreise zu dem Mann, der für die Deutschen die Sehnsucht erfand“.

Nun kommt Illies nach Bad Godesberg und Bonn. Am Mittwoch, 6. März, signiert er ab 16 Uhr in der Parkbuchhandlung, Am Michaelshof 4 B, seine Bücher. Am Abend tritt Illies dann ab 19 Uhr im Kunstmuseum Bonn, Helmut-Kohl-Allee 2, auf und steht Stephan Berg, dem Intendanten des Museums, Rede und Antwort.

Er unterstütze mit seinem Besuch in der Parkbuchhandlung ganz bewusst eine dieser kleinen ambitionierten Buchhandlungen, betont Illies, der Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und der Wochenzeitung Zeit war. Gerade die Kleinen in der Branche seien „besonders wichtig für die Verbreitung der Literatur, und ich freue mich, sie mit meinen Signierstunden zu unterstützen“. Denn dort treffe er direkt seine Leserinnen und Leser. „Das ist immer ein schönes Erlebnis“, erläutert Illies, der auch schon Verleger des Rowohlt Verlags sowie Leiter des Auktionshauses Grisebach war und die Kunstzeitschrift Monopol gründete. Heute ist der in Berlin lebende Illies Mitherausgeber der Zeit und freier Schriftsteller.

Bonn hat er in bester Erinnerung

Während seines Studiums der Kunstgeschichte und Neueren Geschichte lebte Illies auch in Bonn. Auf die Frage, wie man ihn sich als Studenten an der Bonner Universität vorstellen könne, antwortet der Bestsellerautor: „Ich saß, wenn überhaupt, in der wundervoll altmodischen Bibliothek des Kunsthistorischen Seminars im Schloss – aber meist spielte ich Fußball auf der Hofgartenwiese.“ Er habe damals erst im Studentenwohnheim in Endenich, dann in der Südstadt gewohnt, blickt er zurück. Auch heute noch habe er Kontakte nach Bonn, „auch zu vielen meiner Mitstudenten“, ergänzt Illies. Das sehr kleine Kunsthistorische und das größere Historische Institut, überhaupt das studentische Bonn habe er in bester Erinnerung. „Dort habe ich das genaue Sehen und das genaue Fragen gelernt. Seitdem weiß ich, wie aufregend und unerzählt die Vergangenheit eigentlich ist.“

In seinen Bonner Studentenjahren habe ihn die Liebe zur Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts gepackt, sagt Illies. Aus der schöpft er nicht zuletzt für sein aktuelles Erfolgsbuch über Caspar David Friedrich. Die Initialzündung dafür habe in der Bundeskunsthalle stattgefunden: Als dort Anfang der 1990er Jahre die Bremer Kunsthalle zu Gast war und er das erste Mal deren kleine frische Ölstudien direkt aus der Natur gesehen habe. „Seitdem habe ich mich in diese Art Malerei des 19. Jahrhunderts verguckt - für das Kunsthistorische Institut in Bonn aber war das lustigerweise zu ‚modern´, da es zu weit weg war von Renaissance und Barock“, fügt Illies schmunzelnd hinzu. „So weit weg“ wie Günter Fruhtrunk, der abstrakte deutsche Maler der 1970er Jahre. Über den dürfe er am Abend des 6. März im Bonner Kunstmuseum sprechen. Er verehre Frühtrunk sehr.

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