Remi-Baert-Platz in Bad Godesberg Darum müssen in Muffendorf plötzlich sechs Bäume gefällt werden

Bad Godesberg · Schon seit Jahren erfreuen die Bäume auf dem Remi-Baert-Platz die Muffendorfer. Nun aber müssen sechs von ihnen weichen. Bleiben sie stehen, kann das gravierende Folgen haben.

Die Bäume auf dem Dach der SWB-Station am Remi-Baert-Platz müssen gefällt werden.

Die Bäume auf dem Dach der SWB-Station am Remi-Baert-Platz müssen gefällt werden.

Foto: Axel Vogel

Der Remi-Baert-Platz in Muffendorf ist ein beliebter Veranstaltungsort. Auf dem asphaltierten Areal kann auch geparkt werden – und doch ist er für viele ein grüner Platz. Was vor allem an den zahlreichen, teils meterhohen Bäumen liegt, die das kleine Areal umranden. Doch statt 23 werden bald nur noch 17 Gehölze den Platz verschönern. Sechs Bäume – fünf davon so groß, dass sie eigentlich von der städtischen Satzung geschützt sind – nämlich müssen weichen. Und das schnellstmöglich.

Die betroffenen Bäume stehen teilweise schon seit Jahren auf dem Remi-Baert-Platz, und zwar auf dem Dach einer sogenannten Wasserdruckerhöhungsstation der Stadtwerke Bonn (SWB). Und genau das ist das Problem. Denn bei einer Überprüfung des Bauwerks, das laut SWB-Sprecherin Silke Elbern 1979/1980 in Betrieb genommen wurde, stellte sich laut Stadt heraus, dass das Dach der Station gar nicht für Baumbewuchs ausgelegt ist. Heißt: Die Gehölze hätten aus statischen Gründen nie auf dem Dach platziert werden dürfen.

Anfang 2023 wurde, so Elbern, im Eingangsbereich der Station Feuchtigkeit festgestellt. Umfangreiche Untersuchungen zum Zustand des Gebäudes waren die Folge, unter anderem wurde die Statik von einem Gutachter unter die Lupe genommen. Dieser bezog auch die sechs Bäume – zwei Eschen-Ahorn, ein Berg-Ahorn und drei Hainbuchen – mit ein. Fünf Gehölze, so ist in dem Gutachten zu lesen, sind circa 25 Meter hoch. Sein Ergebnis: Bei der statischen Berechnung seien keine Bäume im direkten Umfeld der Station berücksichtigt worden. Heißt: „Der Baumbewuchs stellt daher eine erhebliche Mehrbelastung der Konstruktion dar“, so der Gutachter. Er empfiehlt „dringend“, die Bäume zu entfernen, „da eine rechnerische Überbelastung der Konstruktion vorliegt“.

Bäume sind nicht standsicher

Zurzeit weise das Bauwerk noch keine ernstzunehmenden Schäden auf, sagt Elbern. Allerdings deute „der Feuchtigkeitseintrag bereits auf eine entsprechende Beeinträchtigung des Bauwerks hin“. Damit weitere Schädigungen ausgeschlossen werden könnten, müssten die Bäume entfernt werden. „Weiterhin habe sich bei der Begehung herausgestellt, dass die Standsicherheit der Bäume nicht gewährleistet ist, weil das Wurzelwerk nur wenig von Erde bedeckt ist“, so die SWB-Sprecherin. Es sei beabsichtigt, für Ersatz zu sorgen.

Diese Ersatzbäume sollen laut Stadt „in der Nähe der alten Standorte“ gepflanzt werden, und zwar im Herbst 2024/Frühjahr 2025. Der Vorschlag: Zwei Felsenbirnen sollen auf den Remi-Baert-Platz, zwei Hainbuchen auf den Lannesdorfer Dorfplatz und zwei Vogel-Kirschen in den Grünzug Heiderhof kommen.

Laut Elbern muss auf jeden Fall zügig gehandelt werden. Nicht nur, dass weitere Schäden drohen, das Dach der Station muss auch dringend saniert werden. Daher sei die Fällung der Bäume „schnellstmöglich erforderlich“. Blieben die Bäume stehen, könnte das gravierende Folgen haben. Denn wenn sich der Zustand des Bauwerks erheblich verschlechtert, „wäre ein Ausfall der Wasserversorgung in den Bereichen Muffendorf, Lannesdorf sowie Heiderhof nicht ausgeschlossen“.

Denn: Der Wasserdruck reicht nicht aus, um die höher gelegenen Liegenschaften in den drei Stadtteilen mit genügend Trinkwasser und dem benötigten Druck zu versorgen. Daher „wird der Wasserdruck in dem Bauwerk mittels Pumpen auf das notwendige Niveau angehoben“, erklärt Elbern. Pro Jahr betreffe das rund 630.000 Kubikmeter Wasser, insgesamt versorge die Anlage rund 2400 Häuser mit Trinkwasser. Doch nicht nur das: In dem Gebäude ist außerdem „die Infrastruktur zur Stromversorgung untergebracht“.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort