Godesberger Traditiionsgaststätte Das Aennchen ist verkauft

Bad Godesberg · Von außen deutet auch weiterhin nichts darauf hin. Dennoch: Wie der ehemalige Eigentümer der Traditionsgaststätte „Zur Lindenwirtin Aennchen“ bestätigte, wurde das Haus am Aennchenplatz 2 kürzlich verkauft.

„Bezüglich der zukünftigen Nutzung können nur die Käufer konkrete Informationen geben“, sagte Willi Richter, der für die langjährige Eigentümerfamilie Junkersdorf aus dem Vorgebirge in den vergangenen Monaten einen neuen Pächter gesucht hatte. Die Familie Junkersdorf habe sich entschieden, sich von dem Objekt zu trennen, „weil es nicht möglich war, einen Pächter zu finden, der das Lokal in der bisherigen Form weitergeführt hätte beziehungsweise Interessenten aus den unterschiedlichsten Gründen abgesagt haben“,so Richter.

Noch im April hatte Richter seine Präferenz klar geäußert: „Sollten sich interessierte Gastronomen finden, stünde einem Fortbestand des Aennchens im Sinne der Godesberger nichts im Wege.“ Seine Priorität liege auf dem Lokalen, schließlich handele es sich bei dem Haus um ein „Kleines Juwel“. Aber: „All die Godesberger, die zuvor so viel Interesse an “ihrem„ Aennchen geäußert haben, haben sich nicht gemeldet“, so Richter am Montag. Einige Interessenten seien als Pächter abgesprungen, weil sie nicht in fremdes Eigentum investierten wollten.

Zu Gerüchten in Bad Godesberg, das Haus würde demnächst als arabisches Restaurant fortgeführt, meinte Richter: „Unsere Ansprechpartner sind Verwandte des Käufers aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die seit über 20 Jahren in der Gegend wohnen und wohl auch für die zukünftige Nutzung des Objekts verantwortlich sind. Jedenfalls wohnt der Käufer nach meinem Kenntnisstand nicht in einem arabischen Land oder im arabisch sprechenden Raum.“ Seine Ansprechpartner befänden sich zurzeit im Urlaub, er erwarte sie noch in dieser Woche zurück.

Im September 2015 hatte der letzte Pächter, Holger Klagge, nach 24 Jahren den Betrieb eingestellt. Als Grund hatte er die jahrelange erhebliche Belastung für seine Familie angegeben. Der vor zwei Jahren verstorbene Hans Hofer hatte mit seinem Einstieg 1986 das Traditionslokal mit einer gehobenen Gastronomie zu neuer Blüte geführt. Zuvor war das Aennchen als reines Weinhaus von der bundesweit operierenden Kette Weinkrüger betrieben worden.

Wie die Stadt Bonn mitteilte, gibt es keinen Bebauungsplan für das Aennchen „und deshalb auch keine bestimmten Vorgaben, wie das Haus künftig zu nutzen ist“. Das historische Inventar, das zum größten Teil der Stadt gehört – darunter die vielen Postkarten, Bilder und historischen Gegenstände der berühmten Wirtin – wurde derweil nach Mitteilung von Willi Richter bereits an das Stadtmuseum zurückgegeben.

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