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Panoramabad Rüngsdorf ist dringend sanierungsbedürftig: Das „Rüngsi“ soll bestehen bleiben

Panoramabad Rüngsdorf ist dringend sanierungsbedürftig : Das „Rüngsi“ soll bestehen bleiben

Das Rüngsi in Bad Godesberg soll erhalten bleiben. Das bekräftigte Bad Godesbergs Bezirksbürgermeister Christoph Jansen während des Fests anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins Panoramabad Rüngsdorf. Für mehr Angebote soll zudem der Verein KulturBad sorgen.

Das Fest am vergangenen Samstag anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Fördervereins Panoramabad Rüngsdorf fiel buchstäblich ins Wasser. Dafür herrschte abends gute Stimmung als sich Lokalpolitiker, Vertreter der Verwaltung und Vereinsmitglieder gegenseitig auf den Erhalt des Bades einschworen.

Vieles am Rüngsdorfer Panoramabad ist dringend sanierungsbedürftig. WC und Duschen des Rüngsi müssten renoviert, die Umkleide umgebaut und verrottete elektrische Leitungen ausgetauscht werden. Ein Pachtvertrag mit interessierten Gastronomen für das viele Jahre ungenutzte Hauptgebäude kam nie zustande. Zu sehr schreckten offenbar die mehr 1,2 Millionen Euro Instandsetzungskosten mögliche Investoren ab.

Vereinsvorsitzender: „Es gibt noch viel zu tun“

Doch geht es nach Jürgen Huber, erster Vorsitzender des Fördervereins, ist nicht nur bloßes Schwarzmalen angesagt. „Wir haben schon viel geschafft. Aber es gibt noch viel zu tun für den Erhalt und die Steigerung der Attraktivität des Schwimmbades.“ So habe man von Vereinsseite für die Verschönerung des Areals rund um die Becken Blumen gepflanzt und verschiedene Sportgeräte und Sonnenschirme gestiftet. Weiterhin wolle man den auffälligen Sprungturm wieder für Turmspringwettbewerbe herrichten, damit „in Bad Godesberg wieder Sport auf höchstem Niveau möglich ist“, so Huber.

Von dem Vorhaben, eine dauerhafte Gastronomie einzugliedern, habe man sich hingegen verabschiedet. Dafür sei man froh, dass sich jetzt mit dem Ende vergangenen Jahres gegründeten Verein Rüngsdorfer KulturBad eine neue Möglichkeit zur Entwicklung bietet. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Räumlichkeiten zu renovieren und ganzjährig zu beleben“, erklärte Gründerin und Vorsitzende Anna-Sophia Baumgart. „Das hier soll ein Ort für alle Generationen werden, an dem Sport und Kultur zusammengeführt werden“, so die Schauspielerin und Theaterregisseurin.

Stadt verweist auf Synergie-Effekte

Ideen wie diese stoßen bei Sport- und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger auf Gehör, die gerne die „Synergie-Effekte von Sport und Kultur“ betont, welche stärker genutzt werden müssten. „Die Zeiten, in denen Kultur und Sport gegeneinander ausgespielt wurden, sind längst vorbei“, sagte sie.

Baumgarts Verein will in Zukunft in den Räumlichkeiten mit dem Blick über das Bad auf das Siebengebirge „verschiedene Kurse wie Bühnenschauspiel, Yoga, Tanz- und Körpertraining und vieles mehr“ anbieten. Projekte wie diese seien „ideal, um Kunst und Sport zu versöhnen“, sagte Schneider-Bönninger.

Bezirksbürgermeister: „Schönstes Freibad in Deutschland“

Auch Bad Godesbergs Bezirksbürgermeister Christoph Jansen erkannte durch die anvisierte Zielsetzung eine Attraktivitätssteigerung und ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, vor den engagierten Mitgliedern des Fördervereins eine Bestandsgarantie für „das schönste Freibad in ganz Deutschland“ auszurufen.

Wie wichtig den Bürgern der Erhalt des Bades ist, ließ sich an den vielen persönlichen Geschichten der einzelnen Vereinsmitglieder erkennen. Etwa in der von Marianne Schuhmacher, die „seit 50 Jahren“ im Bad schwimmen geht und Jürgen Huber persönlich für seinen Einsatz dankte. Oder im Aufruf des Rüngsi-Fans Hans-Georg Redenz im General-Anzeiger vor zehn Jahren, wodurch es überhaupt erst zur Gründung des Fördervereins gekommen war.

Auch der stellvertretende Bezirksbürgermeister Michael Wenzel erinnerte sich, wie er in den Ferien „das Becken geschrubbt“ hat, um das Freibad sommerfein zu machen. Als nächstes Ziel setzt sich der Verein, eigene Rettungsschwimmer einzustellen, um somit auch während der Woche längere Öffnungszeiten anbieten zu können.