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Achtsamkeitspfad führt an sechs Stationen durch den Kottenforst : Den Wald mit allen Sinnen erleben

Achtsamkeitspfad führt an sechs Stationen durch den Kottenforst : Den Wald mit allen Sinnen erleben

Ein Achtsamkeitspfad der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald führt an sechs Stationen durch den Kottenforst. Er soll die Spaziergänger anleiten, den Wald mit allen Sinnen zu erleben.

 Wandern in der Natur bringt Entspannung und fördert das Wohlbefinden – in diesen coronabeschwerten Zeiten heilsamer denn je. Am Rande des Kottenforstes hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) einen der bundesweit ersten Achtsamkeitspfade eingerichtet. Der Pfad soll die Spaziergänger dazu anregen, sich auf das Jetzt zu konzentrieren.

Wer sich für einen Moment von seinen Alltagsgedanken löst und die eigene Umgebung mit allen Sinnen wahrnimmt, kann sein Bewusstsein erweitern und seine Aufmerksamkeit besser steuern. Auch der Geist findet bei einem achtsamen Spaziergang Erholung. Wälder wie der Kottenforst sind dafür der geeignete Ort. Dieses Ökosystem ist nicht nur Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten, sondern auch ein natürlicher Luftfilter: Blätter und Nadeln nehmen Schadstoffe auf und geben Sauerstoff ab. Um auf die Wichtigkeit eines achtsamen Miteinanders, aber auch auf einen rücksichtsvollen Umgang mit der Natur aufmerksam zu machen, hat die Schutzgemeinschaft diesen Pfad geschaffen.

Fern von Stadtlärm und vollen Straßen können sich die Waldbesucher auf eine Atmosphäre einlassen, die zum Verweilen einlädt. Entschleunigung käme nämlich in der heutigen Zeit viel zu kurz, meinen die Experten der Schutzgemeinschaft. Immer schnelllebiger laufe der Alltag, dabei seien Ruhephasen der Schlüssel zum bewussten und gesunden Leben.

Die SDW-Initiative „European Summer School – Creating Forest Experiences“ schuf mit diesem Konzept einen Gegenpol zu klassischen Freizeitbeschäftigungen. Unweit des Waldkrankenhauses können Spaziergänger die Natur auf besondere Weise erleben und eine Portion Ruhe tanken.

Auf dem rund zwei Kilometer langen Weg kennzeichnen acht Informationstafeln verschiedene Übungsstationen. Sechs dieser Tafeln sind mit QR-Codes für Audiodateien versehen, die den Spaziergang mit Höranleitungen begleiten. Die Anweisungen lenken den Fokus auf das Wesentliche. Pfadgänger sind angehalten, ihr Mobiltelefon ausschließlich für das Durchlaufen der Übungsstationen zu verwenden und sich nicht ablenken zu lassen. Nur so könne laut Fachleuten ein Walderlebnis mit allen Sinnen spürbar gemacht werden. Sehen, Hören und Riechen, aber auch das Atmen, Fühlen und bewusste Gehen werden an den einzelnen Stationen trainiert.

„Spüre, wie du langsam ein- und ausatmest“, sagt wahlweise eine männliche oder weibliche Stimme an einem Pfadabschnitt, in dem kontrolliertes Atmen durch den Bauch trainiert wird. Dinge, die uns banal erscheinen wie Laub, Moos, Pilze oder ein Rotkehlchen auf dem Ast, gewinnen an Bedeutung und erscheinen aus einer ganz neuen Perspektive, wenn sich die Spaziergänger visuell darauf konzentrieren. Auch der Geruch von Blüten, Zapfen oder etwas Erde wird anders erlebt, wenn das Riechen bewusster stattfindet.

Durch die Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen entstehe eine Verbundenheit zum Wald und die Sinneswahrnehmung werde geschult, so die Pfad-Entwickler. Die eigene Aufmerksamkeit lenken und alles andere ausblenden – das Grundprinzip zahlreicher spiritueller Praktiken helfe, die Tagesroutine für einen Moment auszublenden.