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Gedenkandacht in Godesberg und Wachtberg: Der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurde gedacht

Gedenkandacht in Godesberg und Wachtberg : Der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurde gedacht

Während sich die Rüngsdorfer Bürger im Chor des alten Kirchturms trafen, um zusammen mit dem Ortsausschuss an die Kriegsopfer zu erinnern, fand die zentrale Feier des Stadtbezirks auf dem Friedhof an der Gotenstraße statt. Dort hielten Pfarrer Oliver Ploch und die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Hillevi Burmester eine Gedenkandacht ab.

Ploch erinnerte an die vielen unbekannten Soldaten, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben lassen mussten. "Das versetzt mir noch mehr einen Stich, als wenn man einen Namen liest." Zur Grausamkeit des Krieges gehöre, "dass der einzelne nichts zählt". Er sprach auch die deutschen Soldaten an, die in Auslandseinsätzen umgekommen sind - der jüngste sei erst 32 Jahre alt gewesen und fiel im Mai dieses Jahres in Afghanistan. Seinen Namen kenne man. Man müsse für den Frieden einstehen und mutig sein.

"Die Gedenktage im November sollen vor dem Vergessen und dem Verdrängen schützen", sagte Burmester. Sie erinnerte daran, dass noch 1913 ein großer Krieg für unmöglich gehalten worden sei - ein Jahr später war er Realität. Nach zwei verlorenen Weltkriegen hätten andere Nationen den Deutschen beim Wiederaufbau geholfen. Jetzt sei es an uns zu helfen, etwa den Flüchtlingen aus dem Syrien-Bürgerkrieg, die in Deutschland aufgenommen werden. Man solle sie "mit Achtung und Respekt willkommen heißen".

WACHTBERG. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1929 hatte es in Wachtberg die erste Gedenkstunde für die gefallenen Soldaten gegeben. Damit habe man zu vermeiden versucht, dass sich ein solcher Krieg mit so vielen Toten wiederhole, sagte Oberfeldwebel Alexander Bayer, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Bad Godesberg-Wachtberg, gestern bei der Kranzniederlegung am Ehrenmal bei Berkum. "Die Geschichte belehrt uns eines Besseren."

An diesem "Tag der Mahnung" sei jeder aufgerufen, der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken, sagte Manfred Möller, Vorsitzender der Kyffhäuserkameradschaft Berkum-Werthhoven-Züllighoven, die die Kranzniederlegung wie gewohnt organisiert hatte.

Dem schloss sich auch die stellvertretende Wachtberger Bürgermeisterin Ursula Perkams an. Der bundesweite Volkstrauertag sei aber kein trauriges Ereignis: "Es verbindet uns alle in der Hoffnung auf Frieden."