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Bonn International School: Deutsche Meisterschaften für Irischen Tanz

Bonn International School : Deutsche Meisterschaften für Irischen Tanz

Über 300 begeisterte Tänzer im Alter von drei bis über 50 Jahren bevölkerten am Wochenende im Rahmen der Deutschen Meisterschaften für Irischen Tanz die Bonn International School (BIS).

"Die jüngste Tänzerin war tatsächlich gerade einmal drei Jahre", freute sich Jelena Haramis von der Bonner Greenwood School of Irish Dancing, die in Kooperation mit der BIS und zahlreichen ehrenamtlichen Helfern das Tanzsport-Ereignis auf die Beine gestellt hatte - und sich am Ende über insgesamt fünf Titel freuen durfte.

Bereits vor vier Jahren war die Bonner Schule Ausrichter einer Weltmeisterschaft gewesen, die in Zusammenarbeit mit der World Irish Dance Association der German Open Championship for Irish Dance organisiert wird. "Wir haben ein tolles Team mit Eltern am Start, die viel hinter den Kulissen mithelfen", berichtete Haramis. Und wie kam der Name "Greenwood School" der Bonner Schule zustande? "Eine Freundin ist irgendwann nach Irland gezogen und eröffnete ein Hostel mit dem Namen 'Greenwood'", erzählte Haramis, die seither mit Partnerin Heike Fröhling die Bonner Tanzschule betreibt.

Allerdings an wechselnden Orten, wie beispielsweise in der Godesberger Tanzschule Koltermann, da eine eigene, feste Tanzschule zu teuer wäre. 2003 begannen die beiden begeisterten Tänzerinnen eine Lehrerausbildung für Irish Step und Céilí bei der World Irish Dance Association (W.I.D.A.), die sie erfolgreich abgeschlossen haben. "Seit 2008 sind wir geprüfte Wertungsrichter (ADCRG) und auf der ganzen Welt bei Wettbewerben im Einsatz. Ich war beispielsweise schon sechsmal in Sibirien.

Der Irish Dance beziehungsweise das Tanzen hat besonders in vielen osteuropäischen Ländern eine hohe Akzeptanz." Die Teilnehmer in der BIS kamen aus Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, der Ukraine, Russland, Ungarn, England - und natürlich aus Irland. Getanzt wurde in unterschiedlichen Disziplinen: im Soft - und Hardshoe, Solotänze, Gruppentänze mit zwei bis acht Tänzern und Showtänze.

Am Samstag traten die Tänzer in vier Levels an - von "Beginners" bis "Open" - der Gewinner stieg jeweils ins nächste Level auf. Gestern tanzten die Tänzer im sogenannten Open Level dann um den Meistertitel in den Kategorien Solo und Gruppe, um sich für die Europa- und Weltmeisterschaften im nächsten Jahr im britischen Brighton zu qualifizieren.

Dabei sein wird dann auch die 19-jährige Eva Pannenbecker aus Friesdorf, die am Wochenende allerdings ohne Titel blieb. Der Grund war eine Verletzung. Wenige Tage vor den Titelkämpfen war sie beim Tanzen umgeknickt - was sie allerdings nicht davon abhielt, am Samstag in vier Levels mitzutanzen, allerdings getapt und bandagiert. Pannenbecker, die im letzten Jahr bei der WM im Bereich U21 Fünfte geworden war und in diesem Jahr Neunte bei der Europameisterschaft, tanzt seit sechs Jahren, davon die letzten vier im Wettkampfmodus. "Die Gruppendynamik macht mir total viel Spaß", berichtete sie. "Wir sind viel unterwegs - das ist ganz wunderbar. Vor allem aber bedeutet Tanzen für mich großen Stressabbau."

Zwischen Spaß, Sport und Leidenschaft bewegt sich wohl das Thema Tanzen bei Jelena Haramis und Heike Fröhling. "Der irische Tanz beansprucht mittlerweile den größten Teil unserer Zeit, aber unsere Leidenschaft für krumme Rhythmen aus aller Welt ist geblieben.

Und ab und zu tanzen wir immer noch die Nächte durch, am liebsten mit mazedonischen und armenischen Tänzen. Und türkischen. Und natürlich bulgarischen, bretonischen und baskischen und anderen - wir können uns einfach nicht entscheiden. Und alles, was uns gefällt, unterrichten wir auch auf unseren Workshops", meinte Heike Fröhling. Die fünf Titel für die Bonner Tanzschule holten bei den Solos Enya Kerpen (U 12), Celine Zimmermann (U 18) und Katja Wollenberg (U35). Weitere Titel für die Bonner holten das Figure Team und das Show Team der Greenwood School.