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Bezirksbibliothek Bad Godesberg immer gefragter: Die gut sortierte Bibliothek als beliebter Aufenthaltsraum

Bezirksbibliothek Bad Godesberg immer gefragter : Die gut sortierte Bibliothek als beliebter Aufenthaltsraum

Hartnäckig hält sich die Behauptung, dass mit Tablet-PCs, Smartphones und E-Readern das Interesse an Büchern und anderen Verlagserzeugnissen signifikant gesunken sei. Dass jedoch genau das nicht stimmt, belegen Zahlen des Kulturamtes der Stadt Bonn.

Dieses hat nämlich auf eine Große Anfrage der CDU geantwortet, die sich mit der Bezirksbibliothek Bad Godesberg beschäftigt.

2019 insgesamt 93.136 Besucherinnen und Besucher

Die Fragesteller wollten unter anderem wissen, wie sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Konnten im Jahr 2016 rund 80.124 Besucherinnen und Besucher gezählt werden, waren es drei Jahre später schon 93.136 Besucherinnen und Besucher. Wie in vielen anderen Bereichen auch, hat die Corona-Krise sich auch negativ auf die Besucherzahlen der Bezirksbibliothek ausgewirkt. Laut Kulturamt konnten im vergangenen Jahr nur 35.753 Nutzerinnen und Nutzer registriert werden, was allerdings auch an der Schließung der Bibliothek lag. Allerdings sind die Ausleihen analoger Medien insgesamt zurückgegangen. 2016 konnte das Team der Bezirksbibliothek 193.576 Ausleihen verzeichnen, 2020 waren es 107.558, ein Jahr zuvor, als Corona noch unbekannt war, waren es 176 153 Ausleihen. Der Anteil der Ausleihen aus dem Kindermedienbereich „Print“ steigerte sich von 23,7 Prozent im Jahr 2016 auf rund 25,8 Prozent im vergangenen Jahr. Einige der Bibliotheks-Besucher verweilen zwar in den Räumlichkeiten und stöbern in Büchern, leihen sich diese dann aber nicht aus. Die gesunkene Ausleihquote der analogen Medien liege aber auch an den elektronischen Medien, die in letzten Jahren durch die Onleihe (Ausleihe von elektronischen Medien) kontinuierlich deutlich zugenommen haben.

Bibliothek als gemütlicher Aufenthaltsraum

„Moderne Bibliotheken fungieren zunehmend nicht mehr nur als Einrichtungen zur Medienausleihe; vielmehr gewinnen die vielfältigen Bibliotheksangebote zur Leseförderung und Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz immer stärker an Bedeutung“, erklärte Helga Albrecht, Leiterin der Stadtbibliothek, dem GA. Dies gelte „in besonderem Maße“ auch für die Bibliothek „als Dritter Ort“, der durch „attraktive Aufenthalts- und Kommunikationsräume immer beliebter wird“. Das ließe sich auch in Bad Godesberg beobachten. Sie werde täglich als Aufenthaltsort von Einzelpersonen zum Lesen von Zeitungen, aber auch von Schülergruppen zum gemeinsamen Lernen oder zur Freizeitgestaltung genutzt, so Albrecht weiter.

In ihrer Antwort geht die Stadtverwaltung auch auf die Ausleihquote von Kindern und Jugendlichen ein, also genau die Gruppe die durch die Bibliotheken auch an das Lesen herangeführt werden sollen. „Bezüglich der Ausleihquote ist zu unterscheiden zwischen dem Anteil an ausgeliehenen Medien, beispielsweise aus dem Kinder- und Jugendmedienbestand, und dem Anteil an Medien, die von Kindern und Jugendlichen mit eigenem Bibliotheksausweis ausgeliehen werden“, so die Stadtverwaltung. Denn gerade für jüngere Kinder würden oftmals die Eltern mit dem Erwachsenenausweis die entsprechenden Medien für Kinder leihen.

Junge Leserinnen und Leser leihen immer mehr aus

Dass gerade die jungen Besucherinnen und Besucher ein großes Interesse an dem Angebot der Bibliothek haben, lässt sich an dem Entleih-Verhalten der Kinder und Jugendlichen ablesen, die ihre eigenen Ausweise genutzt haben und nicht den Ausweis eines Elternteiles. 2016 wurden demnach 47 319 Leihvorgänge verzeichnet, 2019 waren es schon 51 608. Ob in der Altersstufe bis sechs Jahren, sieben bis zehn, elf bis 14 und 15 bis 18 Jahren: In allen Altersstufen sind über die Jahre die Entleihungen gestiegen. Im Corona-Jahr 2020 sind die Entleih-Vorgänge durch die Schließung allerdings erwartungsgemäß zurückgegangen. „Der Rückgang der Ausleihzahlen bezüglich des Kinder- und Jugendmedienbestandes sowie der Brettspiele während der Corona-Pandemie ist geringer als der Rückgang der Ausleihzahlen in vielen anderen Medienbereichen“, so die Stadtverwaltung. Laut Stadt seien 2020 vor allem elektronische Medien, Kinder- und Jugendmedien und Brettspiele besonders gefragt gewesen. Die Krise zeichnete sich auch an den ausgeliehenen Sachbüchern ab: Sehr begehrt waren die Themen „Corona-Krise“, „konzentriertes Arbeiten“, „digitale Sicherheit“, „Künstliche Intelligenz“, „Selbstorganisation“ aber auch Bücher zu den verschiedensten Hobbys.

Bibliotheksleiterin ist mit der Entwicklung zufrieden

Insgesamt zeigt sich Helga Albrecht zufrieden mit ihrer Bezirksbibliothek in Bad Godesberg. „Die Stadtbibliothek bewertet diese Entwicklung als einen positiven Trend, selbstverständlich ist von dieser Betrachtung die Entwicklung der Zahlen des Corona-Jahres 2020 ausgenommen“, so Albrecht. Gerade die steigenden Besucherzahlen seien ein Zeichen dafür, dass die Bibliothek mit ihrem Angebot von „von vielen Menschen gebraucht und genutzt wird“, so Albrecht.

Während die Besucherzahlen zwar zugenommen haben, hat der analoge Medienbestand über die Jahre abgenommen. 2016 befanden sich noch 43 487 analoge Medien in der Bad Godesberger Bibliothek, 2020 waren es rund 6126 weniger. Die Print-Kindermedien wurden auch ausgedünnt. 2016 waren es noch 10 593, vier Jahre später nur noch 8 036 Bücher. Einen Zuwachs gab es allerdings bei den audiovisuellen Medien und den Brettspielen. Im vergangenen Jahr befanden sich 7 923 Stück im Bestand, seit 2016 ein Zuwachs von 211 Medien. Derzeit betrage der Anteil der Kindermedien „Print“ am gesamten Medienbestand 21,5 Prozent.