Haus der Familie in Plittersdorf feiert Jubiläum Die „Lebensschule“ wird 50 Jahre alt

PLITTERSDORF · Die evangelische Thomas-Kirchengemeinde feierte das Jubiläum des Hauses der Familie mit einem abwechslungsreichen Programm. Es gab unter anderem einen Festakt, einen Gottesdienst und ein Familienfest.

 Kleine Künstler in ihrem Element: Beim Familienfest im Haus der Familie dürfen die Kinder die Straße bemalen.

Kleine Künstler in ihrem Element: Beim Familienfest im Haus der Familie dürfen die Kinder die Straße bemalen.

Foto: Horst Müller

Nein, das Haus der Geschichte wird noch nicht 50 Jahre alt. Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke rettete ihren Versprecher beim Jubiläums-Festakt für das Haus der Familie (HdF) am Freitagabend in der evangelischen Christuskirche sympathisch: „Nach 50 Jahren ist es ja auch ein Haus der Geschichte.“

Die Einrichtung unter Trägerschaft der Thomas-Kirchengemeinde wurde 1966 eröffnet. Auf der bunten Feier, durch die WDR-Moderator Tom Hegermann führte, erzählten der damalige Pfarrer Ernst Jochum, die Künstlerin Birgitt Koch und die frühere Presbyterin Elke Volz als Zeitzeugen, wie sie entstand: Es ging 1963 los mit Koch- und Nähkursen für die Diplomaten und Beamten und ihre Familien, die in das frisch zur Bundeshauptstadt erklärte Bonn gezogen waren. Es folgten Erziehungs-, Kunst- und andere Kurse, die noch in der Christuskirche stattfanden. Die wurde dafür irgendwann zu klein, woraufhin das Haus der Familie gebaut wurde, zunächst als Mütterschule unter Leitung von Marianne Hamm von Sahr.

Inzwischen gibt es rund 700 Kurse im Jahr, die Einrichtung wurde um das Mehrgenerationenhaus, das Angebot „Wellcome Bonn“ sowie die Kleiderkammer erweitert, seit 2015 findet eine intensive Flüchtlingsarbeit statt. HdF-Leiterin Regina Uhrig äußerte, dass man immer wieder um Zuschüsse von Kommune und Bund ringen müsse, und bat um „eindeutige und verlässliche Unterstützung“, vor allem in Richtung Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Der wurde von Hegermann zusammen mit Stein-Lücke und dem zuständigen Superintendenten Mathias Mölleken interviewt. Daneben sah das Publikum zu, wie Pfarrer Oliver Ploch und Uhrig aus einer großen Geburtstagstorte stiegen – als Marionettenpuppen, die Francesca Bernecker vom Theater Seidenfädchen führte. In einem amüsanten Zwiegespräch stellten die beiden das Haus vor. Man sah Filme, in einem davon bezeichnete Uhrig das Haus als „Lebensschule“. Weiterhin gab es Musik vom HdF-Chor, der seinen ersten Auftritt hatte. Anschließend wurde im Garten weitergefeiert.

Doch damit war der Festmarathon noch nicht zu Ende. Zunächst gab es gestern einen Festgottesdienst, bei dem die Kinder der Christus- und der Thomaskita die Familienbildungsstätte vorstellten. Kleine Köche, Nachwuchsmodels, Flüchtlingskinder und Mini-Schwangere zeigten, wie vielfältig es an der Friesenstraße ist. Fred Prünte spielte mit seiner Band, Pfarrer Ploch hielt die Predigt. Danach standen beim Familienfest im HdF vor allem die Kinder im Mittelpunkt. Windräderbasteln, die Straße bemalen, Murmelbahnenbauen und vieles mehr standen auf dem Programm. Nachmittags wurden 16 gestaltete Sitzwürfel versteigert, dabei kamen 1116 Euro für ein Kunstprojekt für Jugendliche.

„Wir haben versucht, eine gute Mischung aus Kreativem und Kulinarischem zusammenzustellen, damit man den ganzen Tag hier verweilen kann“, sagten Katja Unger und Doris Bakic vom HdF-Team. Der Versuch glückte: Rund 500 Gäste kamen, um das 50-jährige Jubiläum gemeinsam zu begehen. Dass alles so gut ablief, schreibt Uhrig vor allem der guten Teamarbeit und der breiten ehrenamtlichen Unterstützung zu. „Wir hatten rund 100 Helfer“, schätzte sie. Ohne sie hätte man es nie geschafft. Deswegen gibt es im Herbst auch noch eine Danke-schön-Veranstaltung für die Freiwilligen, verriet Unger.