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Streamingtechnik in St. Marien: Die Messe kommt in Wachtberger Wohnzimmer

Streamingtechnik in St. Marien : Die Messe kommt in Wachtberger Wohnzimmer

Die Kirche Sankt Marien investiert in zukunftsorientierte Streamingtechnik. An Allerheiligen und Allerseelen werden zwei Messen erstmas live auf Youtube übertragen.

Mit einfachen Handyvideos hatte die katholische Kirchengemeinde im Frühjahr recht schnell reagiert, als der Shutdown das öffentliche Leben erstmals lahmlegte. Seinerzeit übertrugen Pfarrer Michael Maxeiner und ehrenamtliche Helfer Ansprachen und Teile von Messen erstmals für die Gemeindemitglieder ins Internet. Professioneller und zuverlässiger als mit der ersten, störungsanfälligen Technik ist die ab dem kommenden Wochenende eingesetzte neue Streamingtechnik. Mit ihr sollen Messen zuverlässig in besserer Qualität live in die Wohnzimmer übertragen werden.

„Am Anfang war alles etwas holprig“, berichtete der ehrenamtliche technische Mitarbeiter Fabian Langen von der Situation im März. Während er die ersten Beiträge übertrug, erhielt er auf seinem Handy Nachrichten der Gemeindemitglieder. „Mal fehlte das Bild, mal fehlte der Ton. Die Übertragung war nicht stabil“, so Langen. Das lag an den ausgesprochen spontan mit den seinerzeit vorhandenen Mitteln zusammengestellten, mehrfach verlängerten Übertragungskabeln in der Kirche. „Wir verfügen jetzt über WLAN in der Kirche“, nannte Max­einer eine der Neuerungen.

Für künftige Livestreams werden zu den Messen je ein Stream-Desk und der Laptop an eine Kamera unter der Empore über dem Mittelgang der Kirche und an Mikrofone angeschlossen. „Die Kamera ist schwenkbar und ich kann während der Messe verschiedene Motive in der Kirche einblenden“, so Langen. Klänge aus dem elektronischen Klavier oder einem Keyboard fließen ebenso in die Übertragungssoftware ein wie der Ton aus dem Mikrofon des Pfarrers. „Das ergibt für die Leute zu Hause eine bessere Abstimmung mit dem Bild“, erklärte der Ehrenamtler.

Im Laufe der Zeit will er einen Bilderpool aus den verschiedenen Orten mit passenden Motiven anlegen, aus dem er während der Übertragung schöpfen kann. Die ersten Livestreams wollen die Aktiven an Allerheiligen, 1. November, ab elf Uhr, und einen Tag später, an Allerseelen ab 18 Uhr auf Youtube realisieren.

„Digitaler müsse die Kirche nicht nur wegen der Pandemie werden. Auch in der Zukunft werde es Menschen geben, die aus Alters- oder Krankheitsgründen nicht persönlich an Messen teilnehmen können“, sagte der Pfarrer. „Ich wünsche mir, dass auch diese Menschen teilhaben können“, drückte er seine Zukunftsvorstellung aus. Auch das Austeilen der Kommunion zu Hause hielt er in Einzelfällen für möglich.