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Plittersdorfer Kreisel: „Die schnellste Baustelle Deutschlands“

Plittersdorfer Kreisel : „Die schnellste Baustelle Deutschlands“

Am Freitagmorgen um 9 Uhr wird der Plittersdorfer Kreisel für den Verkehr freigegeben. Ansässige Geschäftsleute loben das Tiefbauamt, weil die Bauarbeiten etwa zwei Monate früher als geplant abgeschlossen sind.

Dank des milden Winters und günstiger Witterungsbedingungen werden die Bauarbeiten am Kreisverkehr in Plittersdorf an der Schnittstelle Plittersdorfer Straße/Ubierstraße/Mittelstraße/Gotenstraße früher fertig als geplant.

Bereits am Freitagmorgen um 9 Uhr wird der Kreisel freigegeben und damit etwa zwei Monate vor der ursprünglich vorgesehenen Fertigstellung Anfang Juni. Das teilte das Tiefbauamt der Stadt mit. Die betroffenen Buslinien werden ab 18 Uhr wieder ihre gewohnten Routen fahren. Das schnelle Voranschreiten der Bauarbeiten ruft vor allem unter den anliegenden Geschäftsleuten Erleichterung hervor.

Kurz nach Beginn der Bauarbeiten Mitte Februar hatten sich einige von ihnen bei der Stadt beschwert: Wegen der Baustelle hätten sie deutlich weniger Kundschaft als vorher. Besonders betroffen waren davon die sechs Geschäfte im südlichen Teil der Plittersdorfer Straße. Umleitungsschilder, Absperrungen und Baustellenfahrzeuge an der Beethovenallee und Plittersdorfer Straße, jeweils an der Ecke zur Körnerstraße, haben wohl viele Kunden abgeschreckt, obwohl die Zufahrt bis unmittelbar vor die Geschäfte frei war.

Bei einem Ortstermin Ende Februar hatte Tiefbauamtsleiter Peter Esch versprochen zu tun, was er tun könne. Um potenziellen Kunden klarzumachen, dass sie die Geschäfte auch weiterhin erreichen können, wurden Schilder an den Absperrungen in der Plittersdorfer Straße und der Beethovenallee aufgehangen: „PKW-Zufahrt zu den Geschäften frei“, darunter die Logos der sechs Geschäfte.

Großes Lob auch für die Bauarbeiter

Geändert habe sich dadurch nichts, meinten viele Inhaber der Geschäfte auf Anfrage. Mehr Kunden hätten dadurch nicht den Weg in ihr Geschäft gefunden, sagten zum Beispiel Waltraud Haidous vom Geschäft für „Lotto, Toto und Bürobedarf“ an der Ecke zur Ubierstraße und Udo Menn von der Polsterei nebenan.

Doch die Geschäftsleute hatten auch Positives zu vermerken: Auf ihre Anfrage habe die Stadt sofort reagiert, so Petra Moser von der „Dekormanufaktur“ gegenüber. „Die Baustelle ist da gewesen, aber die Stadt, die Politik und das Tiefbauamt haben sich sehr für uns Händler eingesetzt und wo es ging geholfen“, resümierte sie.

Hoch gelobt wurden auch die Bauarbeiter: „Die arbeiten wie der Teufel“, meinte Haidous und sprach von der „schnellsten Baustelle Deutschlands“. „Ich habe ganz selten an einer Baustelle so viele Leute und Baumaschinen auf einmal arbeiten sehen wie hier“, sagte Christian Sydow vom Second-Hand-Shop „Relindis“ an der Gotenstraße. „Da kann man in Bonn mal sagen, man kann stolz auf eine Baustelle sein.“ Vermissen wird sie aber niemand: „Einmal nicht den ganzen Tag Krach um die Nase haben“, darauf freut sich Menn besonders.

An derselben Stelle hatte es bis in die 1960er Jahre hinein einen Kreisverkehr gegeben, der zugunsten einer Verkehrsführung durch Ampeln zurückgebaut wurde. Auf die Frage warum, wollte die Stadt 40 Jahre später nicht antworten. Zu groß sei der Rechercheaufwand.

Eine ganz andere „Baustelle“ hatte es Anfang 2014 ein paar Straßen entfernt gegeben. In der Stirzenhof- und Spiegelhofstraße wollte die Stadt viele der Robinien fällen, die dort die Fahrbahn säumten und durch Hainbuchen ersetzen. Zusammen mit der CDU Plittersdorf erreichten die Anwohner nach intensivem Austausch mit der Stadt, dass nur die 13 verkehrsgefährdenden und kranken Robinien gefällt und durch Bäume derselben Art ersetzt wurden.

Nikolaus Kircher (CDU) zeigte sich auf Anfrage auch ein Jahr nach der Neupflanzung glücklich über den Ausgang der Verhandlungen. Die Aktion sei ein „schönes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement“, erklärte er. „Die Wohnviertel leben von ihrer Bepflanzung“, deswegen sei es essenziell gewesen, in den beiden Straßen den „Charakter einer Robinienallee“ zu erhalten. Dafür hatten die Anwohner damals 300 Euro pro Baum beigesteuert und versprochen, sich an der Beetpflege zu beteiligen.

Im Moment treiben die neuen, circa vier bis fünf Meter hohen Bäume aus. Ein Bäumchen habe die Umpflanzung an den neuen Standort nicht überlebt, so Kircher, die Stadt habe es aber umgehend ersetzt.