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Wandel am Streitkräfteamt: Die Siebengebirgsterrassen gewinnen bei Architektenwettbewerb

Wandel am Streitkräfteamt : Die Siebengebirgsterrassen gewinnen bei Architektenwettbewerb

Nun ist es heraus: An der Stelle des Streitkräfteamtes an der Deutschherrenstraße sollen die Siebengebirgsterrassen entstehen. Das hat eine Jury zum Abschluss des Architektenwettbewerbs jetzt einstimmig entschieden.

Auf dem Gelände entsteht ein Wohngebiet für mehr als 500 (Neu-) Godesberger mit Grünanlage und Kindertagesstätte. Der Siegerentwurf stammt aus dem Darmstädter Architekturbüro Planquadrat Elfes Geskes Krämer.

Das prämierte Konzept sei eine "ausgezeichnete Basis für ein familienfreundliches, attraktives Wohnquartier" und werde "unseren Erwartungen für den hochwertigen Standort in Bad Godesberg absolut gerecht", äußert sich Wolfgang Koberski, Vorstand des Investors Soka Bau, in einer Pressemitteilung.

Aus Sicht der elfköpfigen Jury seien bei der Auswahl die städtebaulichen Aspekte ausschlaggebend gewesen: "Der Siegerentwurf fügt sich angemessen in die umgebende Bebauungs- und Freiraumstruktur ein und lässt für Bad Godesberg ein modernes Wohnangebot erwarten", ist auch Michael Isselmann, Leiter des Bonner Stadtplanungsamtes, überzeugt. Wie Koberski gehörte auch er zur Jury mit elf Mitgliedern.

Das neue Baugebiet soll nach Vorstellung des Architekten weitgehend verkehrsfrei, energieeffizient und solarorientiert gestaltet werden. In der Planung der Freianlagen spielen die Nachbarschaften eine zentrale Rolle. "Eine sensible Typologie, die gleichermaßen eine hohe städtebauliche Qualität als auch individuelle, hochwertige Wohnungen verspricht", nennt der Frankfurter Architekt Ferdinand Heide als Charakteristi

ka des Siegerentwurfs. So könnten die "zeitgemäßen Wohnungstypologien aufgrund ihrer Flexibilität auch langfristig den Ansprüchen einer sich wandelnden Gesellschaft gerecht werden", meint er.

Die Wettbewerbsentwürfe sollen möglichst noch vor den Sommerferien in Bad Godesberg ausgestellt werden. Außerdem ist beabsichtigt, das Ergebnis des Wettbewerbs im Rahmen einer Bürgerveranstaltung vorzustellen. Das prämierte Konzept soll zudem Grundlage für das Bebauungsplanverfahrens werden, das sich mit seiner Öffentlichkeitsbeteiligung möglichst zeitnah an den Wettbewerb anschließt. Als Dauer für das Bebauungsplanverfahrens halten beteiligte Experten ein Jahr für realistisch. Danach könnten eine Baugenehmigung erteilt und mit den Arbeiten begonnen werden.

Den zweiten Platz des Architektenwettbewerbs belegte das Büro RAU BV aus Amsterdam, Platz drei ging an Johannes Finkelstein Architekten aus Köln. Die Soka Bau, eine Urlaubs- und Versorgungskasse von Bauwirtschaft und Baugewerbe, vermietet in ganz Deutschland rund 10.500 Wohnungen und 110 Gewerbeeinheiten.

Auch die Siebengebirgsterrassen wird die Gesellschaft nach Fertigstellung in ihrem Eigentum behalten und vermieten. Ohne Wirkung blieb in dieser Frage die Anregung aus der Bad Godesberger Kommunalpolitik, auf dem Gelände auch Wohneigentum zu vermarkten, da gerade junge Familien zurzeit danach - vielfach erfolglos - auf der Suche seien. Die Soka Bau hatte die Flächen im September 2011 erworben. Die 27.000 Quadratmeter große Liegenschaft wurde bis 2006 vom Streitkräfteamt und vom Amt für Zivilschutz genutzt und steht seitdem leer.

In der bisherigen kommunalpolitischen Diskussion zu dem Neubaugebiet war unter anderem die Dichte der Bebauung thematisiert worden. Vor einer zu engen Bauweise hatte etwa der Bürger Bund gewarnt. Auch der Höhe der geplanten Häuser hatten seine Vertreter besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Zahlreiche einzelne Belange werden gewiss in dem nun anstehenden Bebauungsplanverfahren thematisiert werden.

Insgesamt aber überwiegt in den Reihen der Bad Godesberger Verantwortlichen trotz vereinzelter Kritik bislang die Zufriedenheit darüber, dass der verfallende Bürokomplex an der Grenze von Pennenfeld zu Muffendorf nun zugunsten eines neuen Stadtquartiers weichen wird. Zwischenzeitlich hatte ein anderer Investor die Möglichkeit geprüft, die in die Jahre gekommenen Gebäude zu "ertüchtigen", war dann aber angesichts des Aufwands doch von dieser Herkulesaufgabe zurückgeschreckt. Noch keine Informationen gibt es derzeit darüber, wo und wann genau die Siegerentwürfe und Originalmodelle zu sehen sein werden. Doch dürfte auch dies in Kürze mitgeteilt werden.