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Metalldiebe in Bad Godesberg: Diebe haben es auf Fallrohre aus Kupfer abgesehen

Metalldiebe in Bad Godesberg : Diebe haben es auf Fallrohre aus Kupfer abgesehen

Das hat eine Bad Godesbergerin überrascht: Unbekannte haben Fallrohre aus Kupfer von ihrem Haus gestohlen. Vermutlich haben es die Diebe auf das Metall mit besonderem Wert abgesehen.

Eine Anwohnerin des Villenviertels in Bad Godesberg hat mit Erstaunen festgestellt, dass zwei Kupferrohre an ihrer Hausfassade fehlen. Während Bonner Dachdecker-Firmen solche Vorfälle immer wieder erleben, gibt es nach Angaben der Polizei Bonn aktuell keine vermehrten Fälle von Kupferdiebstählen auf Privatgrundstücken im Stadtgebiet.

Als die Bad Godesbergerin am vergangenen Samstagmorgen die Zeitung aus ihrem Briefkasten holte, musste sie erstaunt feststellen: Etwas fehlte am Haus in der Jahnallee. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatten Unbekannte die Mittelstücke zweier Fallrohre demontiert und gestohlen.

Der Diebstahl war offenbar so leise verlaufen, dass weder die Betroffene noch ihr Mann etwas hörten. Auch der Hund der Familie habe nicht angeschlagen, erzählte sie. Am Samstagmorgen stellte sie fest, dass die jeweils etwa 1,70 Meter langen Mittelstücke der Fallrohre rechts und links der Haustür verschwunden waren. Diese Rohre leiten üblicherweise im weiteren Verlauf das Regenwasser von der Dachrinne in den  Vorgarten ab. Der Diebstahl löste Unbehagen bei ihr aus, sagte sie dem GA: „Es ist einfach ärgerlich – sowohl das Eindringen in die Privatsphäre trotz Gartenzauns mit Tor, als auch der Schaden selbst.“

Anwohnerin: Keine weiteren Diebstähle bekannt

Die benachrichtigte Polizei nahm die Anzeige auf und habe ihr geraten, die Rohre zügig zu ersetzen, damit mögliches Regenwasser nicht unkontrolliert aus den verbliebenen Teilen herauslaufe. Viel Hoffnung, dass man die Täter findet, bestehe aber nicht, so die Betroffene. Und: „Mein Mann und ich haben die Rohre dann am Nachmittag direkt repariert – das hat uns ungefähr drei Stunden beschäftigt.“ Andere Diebstähle dieser Art in der Nachbarschaft seien ihr derzeit nicht bekannt.

Bonner Dachdecker-Unternehmen erleben solche Kupferdiebstähle offenbar immer wieder bei ihren Kunden. Sebastian Bones, Inhaber der Bedachungsfirma Hild & Co in Bad Godesberg, habe beispielsweise bei seinen Kunden vier Diebstähle von Fallrohren aus diesem Material seit Oktober vergangenen Jahres gezählt. Auch Dachdeckermeister Volker Stöckmann sind solche Diebstähle aus dem vergangenen Sommer bekannt. Er ist Dachdeckermeister im Betrieb von Eckhard Behm, Vorsitzender der Dachdecker-Innung Bonn-Rhein-Sieg.

Fallrohre ließen sich aufgrund ihres einfachen Stecksystems relativ leicht stehlen, so Stöckmann. Schon mit ein paar Handgriffen könne man das Rohr schnell und leise demontieren, sagte er. Außerdem seien die Kupferrohre wegen des hohen Schrottpreises für Diebe attraktiv, erklärte Bones. Vor Diebstahl schützen könne man die Rohre allerdings nur schwer: Statt einer üblichen Ringschraube könne man beispielsweise andere Schrauben zur Rohrbefestigung nutzen, die nur mit Werkzeugen und nicht mit der Hand zu lösen sind, so Bones. Dies würde die Demontage dann erschweren.

40 bis 50 Diebstähle in 2020 und 2021

Laut Stöckmann gelte Kupfer zwar als sehr langlebiges Material, Produkte aus anderen Materialien seien aber günstiger und würden stetig verbessert. „Früher war Kupfer eine Darstellungsform, vor allem an hochwertigen Gebäuden. Heutzutage schreckt der hohe Kupferpreis einige Kunden eher ab“, erklärte der Dachdeckermeister.

Die Bonner Polizei stellte laut dem Sprecher Simon Rott in ihrem Zuständigkeitsbereich in den Jahren 2020 und 2021 insgesamt jeweils 40 bis 50 Fälle fest, bei denen Kupfer gestohlen wurde. Aktuell seien der Polizei allerdings keine vermehrten Kupferdiebstähle im Bonner Stadtgebiet bekannt. Privatgrundstücke seien zudem seltener betroffen: „Im vergangenen Jahr sind rund 50 Ermittlungsverfahren in die Eingangsstatistik eingeflossen, bei denen Kupfer entwendet wurde. Tatorte waren dabei insbesondere Baustellengelände“, schrieb Rott. Die Tatverdächtigen würden die Beute laut Rott nach der Tat verkaufen.