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Discounter in Lannesdorf: Diebe schlagen beim Einkauf zu

Discounter in Lannesdorf : Diebe schlagen beim Einkauf zu

Verstärkt werden Kunden von Supermärkten an der Drachenburgstraße in Lannesdorf Opfer dreister Täter. Das jüngste Opfer ist Helene Treidel (Name von der Redaktion geändert), die eigentlich nur schnell den Einkaufswagen zurückbringen wollte.

Auf dem Heimweg aus dem Urlaub hat sie sich kurz vor Erreichen ihrer Wohnung rasch noch die nötigsten Lebensmittel fürs Wochenende besorgt.

Doch während die Seniorin gerade den Wagen gegen den obligatorischen Euro eintauscht - Einkäufe und Handtasche hat sie im Auto abgelegt -, da peitscht ein Knall über den Parkplatz. Ihre erste Vermutung, an einem Auto sei ein Reifen geplatzt, erweist sich als falsch. Tatsächlich hat ein Dieb soeben die Heckklappe ihres Wagens zertrümmert. Von Weitem sieht sie nur noch, wie sich der Täter mit ihrer Handtasche - Portemonnaie, Ausweispapiere und Kamera mit allen Urlaubsfotos inklusive - aus dem Staub macht.

So schildert die Tochter der Seniorin das, was dieser am vergangenen Samstag gegen 18 Uhr auf dem Parkplatz eines Discounters an der Drachenburgstraße in Lannesdorf widerfuhr. So tief der Schock über das Erlebte noch immer sitzt, so konsterniert ist sie weiterhin über die Antwort einer Verkäuferin an der Kasse, die ob des Vorfalls nüchtern bemerkt habe: "Das ist hier keine Seltenheit."

Eine Aussage, die die Bonner Polizei gestern auf Anfrage des General-Anzeigers zumindest indirekt bestätigt hat. Zwar wollte ein Sprecher von einer "Häufung" derartiger Fälle an der Drachenburgstraße nicht sprechen. Gleichwohl aber nannte er ein halbes Dutzend ähnlicher Taten, die in diesem Jahr bei der Polizei aktenkundig geworden seien, darunter auch der jüngste Fall vom 31. August. Immer wieder wurden dabei Wertgegenstände aus Autos heraus gestohlen, die Kunden auf den Supermarktparkplätzen abgestellt hatten. Nicht erfasst sind darin die Fälle von Ladendiebstahl und anderer Kleinkriminalität.

Obwohl es sich offenkundig um stets dieselbe Vorgehensweise handelt, sagte der Polizeisprecher gstern: "Aus Sicht der Polizei ist dies kein besonderer Schwerpunkt."

In der Öffentlichkeit hingegen ist die Sicherheitslage rund um die Geschäfte an der Drachenburgstraße schon länger ein Thema - spätestens, seitdem ein Vollsortimenter sich dazu entschloss, für seinen Getränkemarkt einen privaten Sicherheitsdienst zu engagieren. Nach Informationen des General-Anzeigers war der Getränkehandel zuvor mehrfach zum Ziel von Raubüberfällen geworden. "Das ist hier ein Brennpunkt, deshalb war das notwendig", ist aus den Reihen der Mitarbeiter zu hören. Von offizieller Seite der Geschäftsführungen war zu dem Thema auf Anfrage des GA nichts zu erfahren.

Derweil ist Helene Treidel damit beschäftigt, das Erlebnis vom vergangenen Samstag zu verarbeiten. Was sie dabei besonders beschäftigt: Obwohl der Parkplatz voller Menschen war, hat sich der mutmaßliche Täter ohne ersichtliche Eile entfernt. Sie vermutet, dass sie von dem Täter vorher "ausgespäht" wurde. "Gerade ältere Menschen sind wahrscheinlich willkommene Opfer", sagt die Seniorin.