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Kabarettistische Glaubenswoche Friesdorf: Ein Freudenfest

Kabarettistische Glaubenswoche Friesdorf : Ein Freudenfest

Wer sich fragt, ob Kabarett und Kirche zusammenpassen, der sollte zwischen dem 22. und dem 29. Oktober in die Pauluskirche, In der Maar 7, kommen. Dort findet die erste kabarettistische Glaubenswoche statt.

Das Programm, das Pfarrer Siegfried Eckert auf die Beine gestellt hat, kann sich sehen lassen: Neben Margie Kinsky, Vince Ebert, Jürgen Becker und Bill Mockridge sind auch Oliver Polak, Eckart von Hirschhausen und Oliver Welke mit dabei.

Da liegt es nahe, dass die Besucher schnell merken werden, dass die Antwort auf die Frage nur „Ja“ lauten kann.

Eine Glaubenswoche gab es bei der evangelischen Thomas-Kirchengemeinde, die in zwei Pfarrbezirke mit Christus- und Pauluskirche aufgeteilt ist, zwar noch nicht, kabarettistische Auftritte allerdings schon.

„2008 war Jürgen Becker im Pantheon“, sagt Eckert. Er habe ihn kurzerhand gefragt, ob er im Sommer zum 150-jährigen Bestehen der Rigal'schen Kapelle auftreten würde. Wegen Terminkollisionen habe das zwar nicht geklappt, Becker habe aber später in der Christuskirche gespielt – samt Köbes, der mit einem Kölschwagen durch die Kirche fuhr.

„Als sein privater Gast war Eckart von Hirschhausen dabei.“ Der habe sich in der Kirche umgeschaut und gefragt: „Warum spielt Jürgen Becker hier? Ich bin doch evangelisch!“

Beim Kirchentag in Bremen 2009 war dann Hirschhausen mit im Boot. Außerdem kam das Godesberger Publikum in der Christuskirche als erstes in den Genuss seines Programms „Liebesbeweise“. Stets blieb der Kontakt gut – da war es naheliegend, dass Hirschhausen auch bei der kabarettistischen Glaubenswoche mitmischt.

Oliver Polak sorgt dafür, dass die kabarettistische Glaubenswoche nicht auf die christlichen Konfessionen beschränkt bleibt. „Er ist der erfolgreichste jüdische Comedian im Land“, sagt Eckert, der auch gerne einen muslimischen Kabarettisten für „das Freudenfest“ gewonnen hätte.

Fast wäre das auch gelungen: „Fatih Cevikkollu hätte gerne mitmachen, musste aber seine Zusage zurücknehmen. Nächstes Jahr würde er aber gerne kommen.“

In der Bevölkerung kommt die Idee bisher gut an. „Viele freuen sich und wollen fast nicht glauben, dass so etwas in Friesdorf stattfindet“, sagt Eckert lächelnd. Es sind bereits 1000 Einzelkarten verkauft, wer noch eine ergattern möchte, muss sich also sputen.

Der Eintritt kostet pro Abend 20 Euro, die Karten für den letzten Tag mit Oliver Welke, der Gemeindeglied ist, und Präses Nikolaus Schneider gibt es für zehn Euro. Wer keinen Abend verpassen möchte, kann sich ein Wochenticket besorgen.

Dann kann man alle sieben Auftritt für 111 Euro sehen. Der Erlös geht an die Evangelische Thomasstiftung Bad Godesberg. Tickets gibt es in den Bonnticket-Shops in allen GA-Zweigstellen und unter www.bonnticket.de.

Das Programm:
Montag, 22. Oktober, 20 Uhr: Margie Kinsky, „Kinsky legt los“. Ihr Evangelium lautet: „Let the sun shing“, „Ich persönlich möchte, wenn der liebe Gott einen ruft, sagen: „Ach, wat war dat geil!“

Dienstag, 23. Oktober, 20 Uhr: Vince Ebert, „Freiheit ist alles“. Der Wissenschaftskabarettist präsentiert ein Programm für Quer- und Andersdenker.

Mittwoch, 24. Oktober, 20 Uhr : Jürgen Becker, „Der Künstler ist anwesend“. Er leuchtet den doppelten Boden des Kulturbetriebes aus. Es wird keine Konfession verschont.

Donnerstag, 25. Oktober, 20 Uhr: Bill Mockridge, „Was ist, Alter?“. In der Vorpremiere bewegt sich Mockridge zwischen Jugendwahn und wahnsinnigen Alten.

Samstag, 27. Oktober, 20 Uhr: Oliver Polak, „Ich darf das, ich bin Jude!“. Es zeigt sich, was passiert, wenn ein Papenburger Jude auf das rheinische Zwerchfell trifft.

Sonntag, 28. Oktober, 20 Uhr: Dr. Eckart von Hirschhausen, „Wunderheiler“. Sind Glaube, Liebe, Hoffnung gute Placebos? Diese und weitere Fragen werden in der Vorpremiere beantwortet. 10.30 Uhr: Gottesdienst zur ersten kabarettistischen Glaubenswoche mit Manfred Lütz.

Montag, 29. Oktober, 20 Uhr: Nikolaus Schneider und Oliver Welke, „Humor in Kirche, Politik und Fernsehen“. Wie viel Humor verträgt die Kirche? Ist Politik nur mit Humor erträglich? Um diese und andere Fragen geht es beim Nach(t)gespräch zur Glaubenswoche.