1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Eleonore Kolibius ist 103 Jahre alt: Ein Kind des Karnevals mit viel Freude am Leben

Eleonore Kolibius ist 103 Jahre alt : Ein Kind des Karnevals mit viel Freude am Leben

Ich habe den Karneval einfach im Blut", schmunzelte Eleonore Kolibius gestern anlässlich ihres 103. Geburtstags, der in diesem Jahr ausgerechnet auf den Rosenmontag fiel.

Vor 103 Jahren an Weiberfastnacht in Köln geboren, feierte das kölsche Mädchen gestern gemeinsam mit rund 30 Freunden und Mitbewohnern aus dem evangelischen Altenzentrum "Haus am Redoutenpark" in der Villa Scheibler in der Kurfürstenallee. "Eine vertraute Umgebung für sie", berichtete "Haus am Redoutenpark"-Geschäftsführer Detlef Spötter über die erste Bewohnerin des Hauses, die 1987 eingezogen war. "Die alte Villa nutzen wir für viele Veranstaltungen hier im Haus." Spötter charakterisierte das Geburtstagskind als "Powerfrau, die etwas bewegt und nicht nur darüber spricht. Sie ist bis heute stellvertretende Vorsitzende im Heimbeirat, nutzt die Angebote im Haus - und vor allem: Sie hat Freude am Leben", so Spötter.

Stattlich war die Zahl der Gratulanten, die gekommen waren. Unter ihnen Bürgermeisterin Gabriele Klingmüller, die einen Bonner Karnevalsorden überreichte und Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, die einen Blumenstrauß nebst vielen bunten Luftballons im Gepäck hatte. Eine kleine Ansprache hielt unter anderem Pater Astery, Präses der Schweinheimer Sankt-Sebastianus-Bruderschaft, und erst seit kurzer Zeit in Bad Godesberg. Matthias Heister von der Bruderschaft würdigte ebenfalls das besondere Engagement der Jubilarin, die bis heute Vorsitzende der Bruderschaft ist. "Sie regiert wie die Godesburg über Godesberg", scherzte er. "Ihr christlicher Glaube steht im Mittelpunkt ihres Lebens, die Kultur des Sorgetragens ist bei ihr zentral, davon zeugt bis heute ihr vielseitiges Engagement", so Detlef Spötter. "Ich nehme an allem teil", bestätigte die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes die Komplimente. Dass sie sowohl geistig als auch körperlich auf der Höhe ist, muss Eleonore Kolibius nicht beweisen: Die gelernte Bilanzbuchhalterin engagiert sich in den Fortbildungen für Heimbeiräte, bis vor wenigen Jahren war sie für das Zählen der Kollekte in Sankt Marien verantwortlich.

"1944 bin ich nach Godesberg gekommen, nachdem ich sieben Mal ausgebombt war", berichtete sie über die schreckliche Zeit gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Zweimal war sie verheiratet, beide Männer sind gestorben, ebenso wie ihre beiden Kinder. Umso mehr freut sie sich über drei Enkel und fünf Urenkel. "Die Enkel reisen heute schon an, die Urenkel kommen erste Ende der Woche aus Holland", erzählte sie.

"Am Samstag werde ich dann im Insel-Hotel im Kreise meiner Familie meinen Geburtstag feiern", sagte sie. Übrigens: Wenn es ums Gratulieren geht, ist Eleonore Kolibius immer dabei. Für ihre jüngeren Mitbewohner ist die zweitälteste Bewohnerin im "Haus am Redoutenpark" an Geburtstagen immer mit einem Ständchen dabei. Eben ein echtes kölsches Mädchen.