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Ausstellung im Haus an der Redoute: Ein künstlerisch-kultureller Austausch

Ausstellung im Haus an der Redoute : Ein künstlerisch-kultureller Austausch

Elf deutsche und französische Künstler lernen sich und ihre Werke bei einem Besuch kennen.

„Wir haben festgestellt, dass man über die Kunst viel schneller zu Frieden und Freundschaft zwischen Menschen und Kulturen findet als über Politik“, sagte Dierk Engelken, Vorsitzender im Bundesverband Bildender Künstler Bonn Rhein-Sieg (BBK). Zusammen mit der Künstlerin Clotilde Lafont-König hat er daher ein Konzept zum künstlerischen Austausch zwischen Deutschland und Frankreich ins Leben gerufen.

Lafont-König initiierte in Zusammenarbeit mit Gedok, der Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnen, das Projekt „Nahe Bilder – Ferne Horizonte“ (auf Französisch „De près – De loin“) und brachte insgesamt elf Künstler aus beiden Ländern zusammen, um „eine Brücke zwischen Deutschland und anderen Ländern zu schlagen“, so Lafont-König.

Tatsächlich gestaltet sich das Projekt quasi wie ein Schüleraustausch, denn die Künstler nehmen einander für einige Tage bei sich zu Hause auf. „Zum einen achte ich bei meinen Projekten darauf, dass möglichst wenig Kosten für die Künstler entstehen, zum anderen schafft das Übernachten eine Gemeinschaft, Verständnis für andere Kulturen und Raum für neue Ideen“, sagte die Initiatorin.

Künstler aus verschiedenen Bereichen

Die Künstler kommen aus verschiedenen Bereichen: Cristina Marques ist in Frankreich eine sehr bekannte Künstlerin und gestaltet bunte, abstrakte Figuren aus Plexiglas, die teilweise bei über 900 Grad Celsius bearbeitet werden. Ganz anders wirken daneben die Ölgemälde von Fabienne Amiel: in gedeckten Farben und nur Umrisse Venedigs andeutend, sollen sie den Betrachter zum Träumen einladen, sagte die Künstlerin.

Amiel erlebt den künstlerisch-kulturellen Austausch gerade hautnah, denn sie übernachtet bei der deutschen Künstlerin Jany Ohlraun. Beim Arrangement der Bilder gestern haben sie sich zum ersten Mal gesehen. „Wir kannten uns vorher überhaupt nicht, haben aber die ganze Fahrt von Lyon nach Bonn über miteinander telefoniert, damit Fabienne auch heil ankommt. Das war so aufregend – eine herrliche Idee“, erzählte Ohlraun, deren grelle, bunte Bilder ganz anders sind als die von Amiel. Natürlich habe sie sich vorher die Bilder ihrer neuen Mitbewohnerin angeschaut und versucht, etwas über den Charakter der Malerin zu erraten: „Sie hat eine sehr interessante Malweise, ganz minimalistisch und verträumt.“

Am Freitag, 20. Mai, ab 18 Uhr ist die Vernissage der aus dem Projekt entstandenen Ausstellung im Haus an der Redoute, Kurfürstenallee 1a, die bis zum 12. Juni in Bonn bleibt.