1. Bonn
  2. Bad Godesberg

Godesburg: Ein musikalische Verneigung vor dem King of Rock'n'Roll

Godesburg : Ein musikalische Verneigung vor dem King of Rock'n'Roll

Der Rittersaal der Godesburg wurde am Sonntagabend Zeuge einer ungewöhnlichen Tafelrunde. Etwa 50 Gäste hatten sich hier versammelt, um neben einem Drei-Gänge-Menü eine Hommage an Elvis Presley zu genießen.

Gastgeber war Steven Pitman, der es 2014, 2013 und 2012 bis ins Finale der European Elvis Championship geschafft hat.

Alle Gäste sitzen an einem langen Tisch, auf dem fünfarmige Kerzenhalter, nachgemachte Schallplatten und postkartengroße Poster von Elvis? Filmen für die richtige Atmosphäre sorgen. Als Vorspeise wird Kürbisschaumsuppe mit Chili und Kokos gereicht - ein Gaumenschmaus. Nachdem der erste Gang abgeräumt ist, eröffnet Pitman den Abend mit frühen Songs wie "Blue Suede Shoes".

Pitman verrät, dass er gebürtiger Amerikaner aus North Carolina ist, aber schon mit zwölf Jahren nach Deutschland umgesiedelt ist. Damals kam er zum ersten Mal mit Elvis in Berührung: An dessen Todestag spielte ein Radiosender 24 Stunden lang ausschließlich dessen Lieder. Bis heute haben ihn Elvis und die "Rockabilly-Zeit" nicht mehr losgelassen. Selber Singen wollte er zunächst aber nicht. "Auf der Bühne stehen, das war nie mein Ziel", sagt er. Ins Rollen kam der Stein dann vor 15 Jahren, nachdem er auf der Hochzeit eines Freundes aufgetreten war. "Ich habe damals so sieben, acht Titel gesungen und das war alles, was ich draufhatte."

Mittlerweile sei er bei 270 angekommen. Musikwünsche des Publikums erfüllt er gerne. Auch Cover-Versionen wie Simon & Garfunkels "Bridge Over Troubled Water" gehören zu seinem Repertoire. Nur bei einem Song, "Summer Kisses, Winter Tears" aus dem Film "Flaming Star", muss er zunächst passen.

Nach der durch geschmorte Entenkeule mit Johannisbeer-Rotkohl und Kartoffelklößen geschuldeten Pause, trägt er den Song aber genauso sicher vor wie alle anderen. Angesichts der rund 1000 Lieder, die Elvis in seiner Karriere hervorbrachte, verzeiht das Publikum ihm den kleinen Aussetzer gerne, genauso wie die gelegentlich nicht getroffenen Töne. Pitman ist kein ausgebildeter Musiker - Elvis aber auch nicht.

Nach jedem Gang widmet sich die Show einem anderen Jahrzehnt in Elvis? Karriere, die 1954 begann. Auf der Leinwand im Hintergrund laufen original Filmaufnahmen seiner Konzerte und Filme mit, die Pitman im Laufe seines Lebens gesammelt hat. Tanzen ist bei seiner Show ausdrücklich erlaubt, was zwei Paare zur Ballade "Are You Lonesome Tonight?" schließlich auch tun.

Gekrönt wird das makellose Menü von köstlicher Crème Caramel. Für die letzte Zugabe, "My Way", Pitmans persönliche Widmung an den King of Rock, gehen im Saal alle Lichter aus. Nur von Kerzenschein erleuchtet, verabschiedet er nach fast dreieinhalb Stunden jeden Gast persönlich mit Handschlag.

"Absolute Spitze. Mehr braucht man gar nicht zu sagen", bringt es einer der Gäste anschließend auf den Punkt. "Wir kamen mit ganz wenigen Erwartungen her, hat aber total viel Spaß gemacht", stimmt ihm eine Tischnachbarin zu. Man ist sich einig: Die 75 Euro für die Tickets waren gut investiert.

  • Steven Pitman kehrt am 7. November 2015 auf die Godesburg zurück.