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Rheinviertelfest in Bad Godesberg: Ein Tag zum Beten und Klönen

Rheinviertelfest in Bad Godesberg : Ein Tag zum Beten und Klönen

Zu einem Volksfest hat sich der Fronleichnamstag in Plittersdorf entwickelt. Rund um die Pfarrkirche an der Hardtstraße feierte die katholische Kirchengemeinde Sankt Andreas und Evergislus ihr drittes Rheinviertelfest.

Die Feierlichkeiten begannen am Morgen mit einem Freiluftgottesdienst im Panoramapark, gefolgt von einer Prozession entlang des Rheinufers. Mehr als 1000 Gläubige fanden den Weg zu den Veranstaltungen.

In seiner Predigt an der Bastei hatte Dechant Wolfgang Picken am Morgen die Bedeutung von religiöser Identität und christlichem Glauben für die Ordnung und die Werte der Demokratie und des Sozialwesens in Deutschland unterstrichen. Picken verwies darauf, dass die demokratische und soziale Gesellschaft Krisensymptome zeige, weil sie immer mehr ihre christlichen Wurzeln vernachlässige. "Wir sind hier als Christen gefordert, denn die errungenen Werte wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind immer gefährdet", so Picken.

Kritische Worte fand der Dechant zu kirchenfeindlichen Kreisen: "Ich weiß gar nicht, wo die Gründe für eine solche Gesinnung liegen sollen. Die Kirchen stärken mit ihrem Glaubensbekenntnis und ihren Wertvorstellungen die Fundamente der Demokratie. Sie garantieren vielerorts ein funktionsfähiges Sozialwesen. Da ist es töricht und undankbar, sie ins Visier zu nehmen", so Picken. Nach dem sakramentalen Segen in Sankt Evergislus ging der Tag in den gemütlichen Teil über, in dem nicht nur die Verpflegung stimmte.

Auch machten die meisten Besucher ausgiebig von der Gelegenheit Gebrauch, entspannt miteinander zu klönen. Genau das sei auch der Sinn der Veranstaltung, sagte am Rande Wolfgang Picken: Das Fest ist sowohl "ein Gemeinschaftserlebnis, als auch eine Bestärkung im Glauben", erklärte der Pfarrer.

Gleich zwei Mal hatten die Besucher die Gelegenheit, eine Führung durch das Mausoleum von Carstanjen mitzumachen. Der Öffentlichkeit ist der Zutritt sonst nur an Allerheiligen gestattet. Dazu gab es eine Orgelbesichtigung, durchgeführt vom Organisten Ludger Brück. Lokalhistoriker Wilfried Rometsch führte eine Tour entlang einiger historischer Gebäude in Plittersdorf, wie der apostolischen Nuntiatur und dem Haus Carstanjen.

Auch für die Unterhaltung der kleinen Besucher war gesorgt. Ein Teil der Auerhofstraße wurde kurzerhand in eine Spielstraße verwandelt, und bot viele Spielmöglichkeiten. Für die musikalische Untermalung sorgte der Chor der englischsprachigen Gemeinde der Sankt-Thomas-Morus-Kirche. Claudia Oberdorfer-Küsters, Vorsitzende des Gemeindeausschusses, erklärt die Kernidee des Festes: "Wenn viele ein bisschen machen, wird es ein großes Fest."

Und Burkhard Gerhards, mit der Familie von Düsseldorf zugezogen, sagte: "Die Gemeinsamkeit und das Zusammenkommen, dieser gemeinsame Geist, das vermisst man heute, gerade in der katholischen Kirche. Hier ist echt eine Insel. die sich auch auf so einem Fest bewährt".