Hochwasserschutz in Godesberg und Wachtberg Eine Barriere schützt den Hauseingang

MEHLEM · Großer Andrang herrscht bei der ersten Informationsveranstaltung der Mehlemer Feuerwehr

 Das Technische Hilfswerk zeigt den Einsatz von Pumpen.

Das Technische Hilfswerk zeigt den Einsatz von Pumpen.

Foto: Axel Vogel

Wo bekommt man Sandsäcke und wie legt man eine Barriere an, die den Fluten standhält? Mit solchen Fragen zum Hochwasser- und Unwetterschutz brauchten sich viele Mehlemer und Wachtberger lange Zeit eher weniger zu beschäftigen. Bilder von Menschen, die einen Hauseingang mit Brettern und einer Folie so verbauen, dass möglichst wenig Wasser eindringen kann, kannten viele wohl nur aus Fernsehberichten über Katastrophengebiete.

Doch spätestens das jüngste verheerende Unwetter über der Region am 20. Juni zwang Menschen wie Rolf und Gundel Schmitt, die an der Bachemer Straße in Mehlem wohnen, zum Umdenken. Von daher wollte am Montagabend das Ehepaar Schmitt neben Dutzenden anderen selbst sehen, wie etwa das Sandsackfüllen funktioniert. Möglich machte es die Freiwillige Feuerwehr Mehlem, die zu einer Veranstaltungsreihe über Schutzmaßnahmen gegen Starkregen und Hochwasser am Mehlemer Bach eingeladen hatte (der GA berichtete). Zur Auftaktveranstaltung brachten Mitglieder der Freiwilligen und der Bonner Berufsfeuerwehr, des Tiefbauamtes und des Technischen Hilfswerks jede Menge Anschauungsmaterial mit - von Sandsäcken bis zu Pumpen.

Selbst der Bonner Feuerwehrsprecher Martin Haselbauer staunte über das rege Treiben rund um das Gerätehaus an der Meckenheimer Straße: "So viele Besucher hätte ich nicht erwartet." Bezirksbürgermeisterin und Schirmherrin Annette Schwolen-Flümann schon: Schließlich seien in den vergangenen drei Jahren gleich "zwei Jahrhundertereignisse" über Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis niedergegangen. "Darauf müssen wir uns einrichten", sagte sie. "Das ist die beste Bürgerinitiative seit Langem in Bad Godesberg."

Angesprochen war Karl-Heinz Katz, ein altgedienten Feuermann im Ruhestand, der die neue Feuerwehr-Fachgruppe Bachhochwasser Mehlem leitet. Ebenso sein Feuerwehrkamerad Helmuth Pfitzmeier, der mit Katz das Schwungrad der Initiative bildet. Beide wollen sie die Bevölkerung aufklären, auch weil nicht zu unterschätzen ist, "wie gefährlich Wasser sein kann", so Katz. "Wir wollen den Bürger in die Pflicht nehmen, sein Eigentum selbst zu schützen." Daher würden auch nur Maßnahmen vorgeschlagen, "die man mit einfachen Mitteln selber bestreiten kann". Sandsackhüllen sollte man in einem Baumarkt ebenso bekommen, wie Sand und Folien, so Katz. Letztere sind zum Schutz einer Sandsackbarriere im Garten ebenso wichtig wie für eine Barriere am Eingang der Haustüre. Die ist aus passgenau geschnittenen Brettern und Sandsäcken im Handumdrehen selber gebaut.

Wie schnell Feuerwehrleute die errichtet hatten, schaute sich das Ehepaar Schmitt genau an. Zwar war ihr Haus beim jüngsten Unwetter noch glimpflich davon gekommen: "Nur der Garten war verwüstet", erinnerte sich Gundel Schmitt. Gleichwohl überlegt Rolf Schmitt, seine Garage nächstes Mal mit einer Bretterbarriere zu schützen. Bestärken konnte ihn der Mehlemer Heinz Schnapp: "Ich hatte beim letzten Unwetter meine beiden Häuser in der Görresstraße und der Domhofstraße auf die Art und Weise geschützt." Erfolgreich, wie er sagt: "Es ist eine simple Sache, aber es funktioniert."

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