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Wasser, Kanal und Hausanschluss: Eine Baustelle nach der anderen in Wachtberg

Wasser, Kanal und Hausanschluss : Eine Baustelle nach der anderen in Wachtberg

In Wachtberg gibt es derzeit viele Umleitungen, Fahrbahnverengungen und Sperrungen. Grund sind Sanierungen von Kanälen, Wasserleitungen und Hausanschlüssen.

Mit Umleitungen, Sperrungen und Fahrbahnverengungen machen sich derzeit Baustellen in Wachtberg bemerkbar. Während in Pech Spezialunternehmen Kanalsanierungsarbeiten durchführen, gilt die baubedingte Fahrbahnverengung auf der Villiper Hauptraße einer privaten Hausversorgung. Zudem soll am Donnerstag in Niederbachem eine Baustelle zur technischen Vorbereitung der künftigen Wasserversorgung durch die Enewa eingerichtet werden.

Irritiert blickte mancher Autofahrer auf der L 158, als er die Ersatzhaltestelle an der Ampelanlage in Pech passierte. Nicht in der Haltebucht, sondern auf der ursprünglichen Fahrbahn hatte das Bauunternehmen den Halteplatz für den umgeleiteten Bus markiert. Um den Übergangs-Haltepunkt herum war eine Interimsfahrbahn markiert. Berichten zufolge hielt der Bus allerdings mal über der entsprechenden Fahrbahnmarkierung neben der nun verschwenkt verlaufenden Fahrbahn in Richtung Bad Godesberg, mal in der nebenan vorhandenen Haltebucht.

Weshalb die Haltestelle nicht in der Haltebucht markiert wurde, war am Mittwoch nicht herauszufinden. „Das ist allerdings nur von kurzer Dauer“, sagte Antonius Nolden, Pressesprecher des Rhein-Sieg-Kreises. Bis Samstag nämlich sollen die Arbeiten auf der zurzeit vom Bus nicht befahrbaren Pecher Hauptstraße abgeschlossen sein. „Nach den Herbstferien soll der Bus wieder die gewohnte Strecke fahren“, so Nolden.

Auf der Hauptstraße indessen konzentrierte sich ein Fachunternehmen auf die weitere Sanierung des Kanals unterhalb der Pecher Hauptstraße. Das hochtechnisierte Vorgehen bei den am Mittwoch laufenden Arbeiten erläuterte ein Mitarbeiter des Unternehmens Troisdorfer Kanalsanierungstechnik, kurz TKT. „In der Gesellschaft werden Kanalsanierungen noch als einfache Arbeiten gesehen“, sagte der Anwendungstechniker. Der Anspruch an die Mitarbeiter reiche allerdings längst von EDV-Kenntnissen über Fahrzeugtechnik und Feinmechanik bis zu Fertigkeiten im Bereich der Elektrotechnik. Nur so sei es möglich, mit den notwendigen vielfältigen technischen Gerätschaften Kanalsanierungen durchzuführen, ohne dafür die Straße vollständig öffnen zu müssen.

Im Kanal fänden heutzutage Kameras die Bruch- und Schwachstellen. Anschließend kleideten Techniker per Inliner-Verfahren die Hauptleitung nach der Beseitigung von Hindernissen wie Wurzelwerk oder Bruchstellen mit einer festen Schicht aus. „Dann müssen die Einmündungen der Hausanschlüsse in den Hauptkanal abgedichtet werden“, erklärte der Fachmann die Arbeiten am Mittwoch.

Ziel der Abdichtungen sei, Grundwasser und Abwasser voneinander zu trennen. Sickerwässer aus dem Abwasser könnten sonst bei Undichte ins Grundwasser gelangen und zudem zu Auswaschungen im Erdreich führen. Andererseits müsse der Kanal mitsamt seinen Dichtungen dem Druck des Grundwassers standhalten. Für die Abdichtung der Anschlussstellen der Hauskanäle würde ein spezielles Harz verwendet.

Gleich nachdem die Fachleute die Mischung zubereitet haben, werde das fast flüssige Material auf die entsprechenden Stellen aufgebracht. Durch chemische Reaktionen verhärtet das Harz kurze Zeit später, sodass ein dichter Verschluss entsteht.

Die nach derzeitigen Planungen auf dem Kesselsfeldweg in Niederbachem an diesem Donnerstag entstehende Baustelle dient der künftigen Wasserversorgung durch die Enewa, sagte der Geschäftsführer des Versorgers, Kai Birkner. Weil das Wasser ab Januar aus einer anderen Richtung komme und zudem starkes Gefälle ebenso wie erhebliche Steigungen im Wasserverlauf liegen, solle ein Tiefbauunternehmen Druckausgleichssysteme installieren.