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Geschäftsleute an der Annaberger Straße: Eine Baustelle veränderte ihr Leben

Geschäftsleute an der Annaberger Straße : Eine Baustelle veränderte ihr Leben

Vor drei Jahren haben die Kanalbauarbeiten an der Annaberger Straße die dortige Geschäftswelt auf den Kopf gestellt. Noch heute leiden einige Händler darunter und mussten ihr Konzept verändern.

Kürzlich feierten Anwohner und Geschäftsleute, wie berichtet, zwischen Servatius- und Josef-Roth-Straße zum zweiten Mal nach Beendigung der Kanalbauarbeiten ein Straßenfest. Das soll es auch künftig alle zwei Jahre geben, schließlich hat die damalige Baustelle die Leute noch enger zusammengebracht.

Die meisten haben allen Grund wieder fröhlicher zu sein, schließlich ist der Alltag längst wieder eingekehrt. Berichtet hatte der GA damals unter dem Titel „Hohe Umsatzeinbußen“ über die massiven Beeinträchtigungen für die Geschäftswelt.

Besonders betroffen war neben der Metzgerei Bäumker auch das Blumenhaus Hannes an der Annaberger Straße 123. Der alteingesessene Betrieb, der seit 1958 existiert und seit mehr als 20 Jahren von Gabriele und Peter Hannes geführt wird, stand damals auf der Kippe.

„Wir mussten in dieser Zeit erheblich umstrukturieren und auch unserer damaligen Floristin kündigen“, erinnert sich Gabriele Hannes. „Für uns ist damals eine Welt zusammengebrochen.“

Zu der Baustelle sei dann noch ein Nachbarschaftsstreit hinzugekommen, „der uns sehr zusetzte“. Von veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und dem Kaufverhalten der Kunden ganz zu schweigen.

Damit das Ehepaar mit drei minderjährigen Kindern über die Runden kam, suchte Peter Hannes eine neue Stelle und fand glücklicherweise auch eine in der Patientenlogistik in den Bonner Universitätskliniken. „Ich habe jetzt seit zweieinhalb Jahren einen tollen Job im öffentlichen Dienst“, sagt Hannes.

Noch mehr hat sich geändert: Gabriele Hannes steht jetzt alleine im Geschäft, ihr Mann fährt morgens auf den Großmarkt und betätigt sich nach seinem Dienst auf dem Venusberg noch als Friedhofsgärtner.

„Wir arbeiten im Gegensatz zu früher jetzt doppelt und dreifach“, sagt Gabriele Hannes. Mittlerweile könnte die Familie wieder eine Teilzeitkraft finanzieren. Aber: Sie findet keine. „Es muss schon eine gelernte Floristin sein“, sagt Gabriele Hannes.

Entsprechend ist nur morgens oder bis nachmittags geöffnet, sonn- und feiertags geschlossen. „Da hat nicht jeder Kunde Verständnis. Aber wir müssen jeden Tag ums Überleben kämpfen“, so beide.