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Sonja-Kill-Kindergarten Plittersdorf: Einsatz für die Vielfalt

Sonja-Kill-Kindergarten Plittersdorf : Einsatz für die Vielfalt

Es ist ein großes Projekt, das die Bürgerstiftung Rheinviertel zurzeit stemmt: Der Sonja-Kill-Kindergarten wird zu einem der ersten Inklusionskindergärten in Bonn umgebaut, in dem behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam betreut werden. Doch dafür braucht sie (finanzielle) Unterstützung. "Die Bevölkerung soll mit einbezogen werden", sagen Sonja Velten und Christine Kiderlin von der Bürgerstiftung.

Um das zu erreichen, hat das Team mit der Deutschen Post und der Kölner Agentur Interprint eine sogenannte Mailingaktion gestartet. 14 000 Info-Flyer werden zurzeit an die Haushalte geliefert, 5000 weitere bei Veranstaltungen verteilt. Außerdem hängen die Helfer in den Einrichtungen der Bürgerstiftung Plakate auf.

Kosten entstehen bei der Aktion nicht: Die Deutsche Post übernimmt den Druck, die Agentur-Mitarbeiter entwarfen in ihrer Freizeit die Flyer, viele andere Ehrenamtliche aus der Bürgerstiftung packten mit an.

"Das Geld soll komplett in den Kindergartenausbau fließen", sagt Kiderlin. Der schlägt mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche. Und die muss der Träger weitgehend selbst stemmen. Der Grund: Es gibt zwar öffentliche Zuschüsse zur Einrichtung von U 3-Plätzen, für die Inklusion fließen die Fördergelder aber erst, wenn der Betrieb läuft. So geht es bei der Mailingaktion auch darum, Spender für das Projekt zu gewinnen.

Aber nicht ausschließlich: "Wir wollen das Thema Inklusion in die Köpfe und die Herzen der Leute bringen", so Dechant Wolfgang Picken. Denn wenn die Gesellschaft nicht mitziehe, bleibe die Inklusion ein "politisches Lippenbekenntnis".

Der Bedarf an Inklusionsplätzen ist da, so Velten. Zurzeit gibt es 258 Plätze für Kinder mit Behinderungen in Bonn, zehn davon für unter Dreijährige, viele stehen auf der Warteliste. Einige können bald im Sonja-Kill-Kindergarten unterkommen.

Wie berichtet, wird das neue Gebäude größer als das alte. Gearbeitet wird mit einem offenen Konzept, die Räume haben verschiedene Bestimmungen. Alle Kinder haben zu allen Bereichen Zugang. So gibt es ein Atelier und ein Zimmer, in dem Psychomotorik, der Schwerpunkt des Kindergartens, auf dem Programm steht.

Sonja-Kill-Kindergarten:
Motto des Sonja-Kill-Kindergartens ist "Vielfalt leben". In Zukunft werden dort 45 Kinder in drei Gruppen betreut, darunter sind 15 Unter-Dreijährige und zwölf Kinder mit Behinderung. Wichtig sei, dass nicht die Behinderung im Vordergrund stehe, sondern das Kind selbst, so die Verantwortlichen.