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Schule in Bad Godesberg: Eltern setzen Schulbesuch ihres Sohnes durch

Schule in Bad Godesberg : Eltern setzen Schulbesuch ihres Sohnes durch

Wochenlang hat Paulina Méndez für ihren 13-jährigen Sohn keine Schule gefunden. Die Südamerikanerin ist Mitte Oktober mit ihrem Kind von Ecuador zu ihrem Lebensgefährten nach Bonn gezogen. Nun wird der Junge doch in einer Klasse aufgenommen.

Der 13-jährige Sohn von Paulina Méndez wird am Montag in der internationalen Klasse der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule aufgenommen, teilte Schulleiterin Andrea Frings mit. Und das, obwohl es in der betroffenen Klasse keinen freien Platz gebe, „in dem ohnehin überfüllten Raum müssen zwei Bücherregale entfernt werden, um einen weiteren Sitzplatz einzurichten“. Sie mache dies, „um den schwer arbeitenden Behörden, die sich um sehr viele bedürftigere Kinder zu kümmern haben, weitere Zeitverluste zu ersparen“, so Frings. Damit hätten die Eltern des Jungen Erfolg in einer Sache, die aus ihrer Sicht unberechtigt von ihnen gefordert worden sei.

Wie berichtet, war Méndez Mitte Oktober mit ihrem Sohn von Ecuador zu ihrem Lebensgefährten nach Bonn gezogen, um an der hiesigen Universität zu promovieren. In Deutschland angekommen, versuchte sie nach eigener Aussage ihren Sohn an drei Schulen anzumelden, jedoch ohne Erfolg, da dieser nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfüge, so Méndez. Eine Zuteilung in eine internationale Klasse habe nicht funktioniert, da die zuständige Mitarbeiterin krank sei und es keine Vertretung gebe. Die für das Schulamt der Stadt Bonn zuständige Bezirksregierung äußerte sich auf GA-Anfrage nicht zum konkreten Fall, da es sich um personenbezogene Informationen handele. Man habe sich aber intensiv gekümmert und stehe in Gesprächen, hieß es.

Das Schulamt leiste seit Jahren „Großes in der Versorgung von Kindern ohne Deutschkenntnisse mit Schulplätzen, ganz besonders die Mitarbeiterin, die diese Woche erkrankt ist“, so Frings. Mittlerweile lebten Hunderte von Flüchtlingskinder in Bonn, die dort zur Schule gehen. Dies sei in „einer enormen gemeinsamen Anstrengung gelungen“. Dennoch hätten viele Kinder Wochen und Monate auf ihren Schulplatz warten müssen und nicht wenige Tage wie der 13-Jährige, teilte Frings mit.

Die Aufnahme in eine Internationale Förderklasse (IFK) erfolge unabhängig von der Schulform, die Klassen seien Durchgangsgruppen, in denen es darum gehe, Deutsch zu lernen. „Eine feste Schule entsprechend dem Bildungsziel der Eltern wird nach ein bis zwei Jahren gesucht.“ Die Eltern des 13-Jährigen hätten einen Platz in einer völlig gleichwertigen IFK an einer Hauptschule abgelehnt. „Hier liegt also keinerlei Versäumnis des Schulamts oder der Schulen vor, sondern eine besonders hartnäckige Fehleinschätzung der Eltern, die auch durch zahlreiche Gespräche nicht zu erschüttern war“, so die Schulleiterin. Und: Gewöhnlich beginnen Eltern, die aus dem Ausland kommen, „nicht erst mit der Schulplatzsuche, wenn sie schon in Bonn sind, sondern kontaktieren uns Monate vor dem Umzug“.