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Anwohner beantragen Fällung von Ginkgos: Es stinkt zum Himmel

Anwohner beantragen Fällung von Ginkgos : Es stinkt zum Himmel

Eine Reihe von Gingko-Bäumen schmückt die Giselherstraße in Mehlem. Schlank und hochgewachsen sind sie ein schöner Anblick. Den Anwohnern sind sie jedoch ein Dorn im Auge, weil die Baumfrüchte erbärmlich stinken und das Wurzelwerk den Asphalt zerstört.

Die Anwohner und Eigentümer der Häuser 22 bis 30 haben deshalb für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg einen Bürgerantrag zur Fällung der Gingko-Bäume gestellt. "Wir sind direkt betroffen von dem abartigen Gestank der heruntergefallenen Früchte dieser Zierbäume", begründen sie ihren Antrag. Aber nicht nur der Gestank stört sie, sondern auch, dass die Wurzeln der Gingko-Bäume "vor den Häusern 22 und 24 schon wieder den Asphalt gesprengt haben".

Bereits im vergangenen Jahr wurde seitens der Stadt der Asphalt erneuert, da für die Fußgänger Stolpergefahr bestand. Doch damit nicht genug. Auch die im Herbst herunterfallenden Samen, die oft und fälschlicherweise als Früchte bezeichnet werden, stellen eine enorme Rutschgefahr dar. Die Anwohner schlagen allerdings vor, die Gingko-Bäume nicht einfach zu entfernen, sondern sie durch eine andere Baumart zu ersetzen. Denn sie sind sich bewusst, "dass Bäume unsere grüne Lunge sind und weitgehend erhalten werden sollten".

Schon vor langer Zeit habe es in ihrer Straße eine Begehung mit Vertretern der Stadt gegeben. Dabei sei darüber gesprochen worden, dass in absehbarer Zeit die Bäume in der Giselherstraße verschwinden würden, so die Anwohner. Und in ihrer aktuellen Stellungnahme räumt die Stadtverwaltung ein, dass die Beschwerden der Anwohner berechtigt seien. Finde der Bürgerantrag die Zustimmung der Bezirksvertretung, würden die Ginkgo-Bäume im Herbst 2016 oder im Frühjahr 2017 durch "eine besser geeignete Baumart ersetzt".

Fakt ist, dass die Samen der weiblichen Ginkgo-Bäume zu erheblichen Beeinträchtigungen durch Geruchsbelästigung und Rutschgefahr führen. Der Grund für den Gestank ist die im Samen enthaltene Buttersäure. Der Geruch hängt schon nach kurzer Berührung an Fingern, Teppichen, Autoreifen, Fußböden und vor allem in der Nase.

Bei der Reinigung hilft nur kräftiges Waschen mit alkoholischen Laugen, da die Lauge die schwerlösliche und nachhaltig haftende Buttersäure in ihre löslichen Substanzen umwandelt, die gut abwaschbar sind. Auch Autolackschäden durch die im Samen enthaltenen Stoffe sind nicht selten, denn der Gingko-Baum enthält so viele verschiedene toxisch hochwirksame Substanzen, dass er zu den Giftpflanzen gehört.