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Evangelische Kirche Bad Godesberg: Pfarrerin wirbt für Öffnung der Kirche

Evangelische Gemeinde in Bad Godesberg : Pfarrerin Beatrice Fermor wirbt für Öffnung der Kirche

Die evangelische Johannes-Kirchengemeinde hat mit Beatrice Fermor wieder eine Pfarrerin. Die 52-Jährige ist den Godesbergern keine Unbekannte.

Die evangelische Johannes-Kirchengemeinde ist von stürmischer See wieder in ruhiges Fahrwasser gelangt: Sie hat seit kurzem mit Beatrice Fermor wieder eine Pfarrerin. Wie berichtet, bestanden in der von Schweinheim über die Innenstadt bis Heiderhof, Muffendorf und Pennenfeld reichenden Gemeinde zwei Pfarrvakanzen. Anfang des Jahres war Pfarrer Rainer Fincke in den Ruhestand gegangen. Das erste Wahlverfahren für seine Nachfolge scheiterte. Im Sommer wechselte Pfarrer Jan Gruzlak kurzfristig nach Ulm. Pfarrerin Fermor hat nun die halbe Stelle in Nachfolge Finckes übernommen. Für die zweite ganze Stelle läuft das Auswahlverfahren. „Wir hoffen, dass wir die Stelle im März oder April 2021 wieder besetzt haben“, sagt Fermor.

Die 52-Jährige ist den Godesbergern keine Unbekannte. Seit März 2015 arbeitet sie auf halber Stelle in der nachbarlichen Erlöser-Kirchengemeinde im Villenviertel und Rüngsdorf. Und zwar, solange der dortige Pfarrer Norbert Waschk auch das Amt des Assessors im Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel innehat: Sie unterrichtet die Konfirmanden, macht Taufen, Beerdigungen, Hochzeiten, Schul- und Altenheimgottesdienste. Seit September 2019 entlastete Fermor zudem Pfarrer Fincke in dessen letzten Pfarrmonaten an der Johannes- und der Immanuelkirche sowie der Rigal`schen Kapelle. „Jetzt ist die Bestätigung für meine zweite halbe Stelle in trockenen Tüchern“, erklärt sie. Und freut sich, dass sie hier vom Pfarrkollegen in Ruhestand, Klaus Kohl, von Kollegin Iris Grombach und Prädikant Hans-Georg Kercher punktuell entlastet wird.

Fermor studierte in Bonn Theologie

Fermor ist geborene Bielefelderin. Wegen ihrer Leidenschaft für Literatur studierte sie zunächst Germanistik und Geschichte in Köln und danach evangelische Theologie in Bonn. Den Probepfarrdienst absolvierte sie in Oberwinter, das Vikariat in Bad Honnef. „In den folgenden Jahren machte ich auf vielen verschiedenen Ebenen Erfahrungen mit Sprache“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Sie habe biographische Romane, Predigten, literarische Programme und Reden geschrieben, sich in Performance geübt und Workshops gegeben. „Es ist mir ein Herzensanliegen, Freude am Reichtum der Sprache zu wecken“, sagt die Mutter dreier Kinder. Gleichzeitig wirbt sie für eine „gegenseitige Befruchtung“ von Glauben und Kunst und für eine bewusste Öffnung der Kirchen. „Wir müssen auf die Menschen zugehen. Wir haben auf existenzielle Fragen so tolle Antworten im Glauben“, erklärt Fermor mit Begeisterung. 

Die neue Stelle habe sie jetzt in einer interessanten Gemeinde, die sozial unterschiedlich zusammengesetzt und nicht homogen sei. Da gebe es eine großartige Chor- und Jugendarbeit und die attraktive alternative Gottesdienstform „Glanzlichter“, die zahlreiche auch Kirchenferne anziehe. „Ich erlebe hier ein engagiertes Presbyterium, das Lust hat, Kirche zu den Menschen hin zu öffnen, wie es ja jetzt auch durch den Umbau der Immanuelkirche geschehen ist“, sagt Fermor. Da sei es momentan nicht wichtig, dass ihre eigene Einführung Corona-bedingt noch warten muss.