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Kunst in Bad Godesberg: Facetten der Kunst

Kunst in Bad Godesberg : Facetten der Kunst

Ausstellungen in Bad Godesberg beschäftigen sich mit Gefühlen, Stahl, Worten, den Farben Asiens und Keramik

Wenn Sprache an ihre Grenzen stößt, kann Kunst oft weiterhelfen, Gefühle auszudrücken und für andere erlebbar zu machen. Dieser Grundgedanke zieht sich durch die Kunstausstellung von Studenten der Alanus Hochschule im Deutschen Institut für Erwachsenenbildung (DIE).

Die Kunstwerke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Skulptur sind in den ersten drei Semestern der Studenten des Bachelorstudiengangs Kunst-Pädagogik-Therapie entstanden, wurden von einer DIE-Kommission ausgewählt und sind nach Anmeldung zu sehen. Besonders geehrt für ihre Kunstwerke wurden dabei die Nachwuchskünstlerinnen Elise Kühnert für ihre Interpretation eines Selbstporträts und Katherina Weber. Auch Athina Chronopoulou erhielt einen Preis für ihre beeindruckende Fotostrecke über die eigenen Migrationserfahrungen.

James' Freiraum

Unter dem Thema Bildhauerei entstand Rosa Parrs Skulptur "James' Freiraum", die die Rückseite eines sonst von Wänden eingeschlossenen Mannes zeigt. "Mit dieser Skulptur wollte ich vor allem das Gefühl der Eingeengtheit ausdrücken", erklärte die Künstlerin ihr Werk, das sie mit einem Holeisen aus einem Baustamm herausarbeitete.

Rostkunst

Im Glaskarree des Kunstvereins Bad Godesberg ist bis zum 6. Juli die Ausstellung "Literaturbilder - Rostkunst. Eine Symbiose." zu sehen. Odo Rumpf, der Skulpturen aus verrostetem Stahl kreiert, hat das Ziel, das schwere Material leicht darzustellen. "Das Material, das ich verarbeite, hat gelebt, es erzählt etwas. Ich möchte alte Sachen wiederbeleben."

Als studierter Diplom-Ingenieur lässt er sich auf die Materialien ein und sieht seine Skulpturen auch als Maschinen, in die er Solartechnik einbaut. Dazu verwendet er Fundstücke, die er oftmals im Ausland gesammelt hat und die durch die Witterung unterschiedliche Farben und Patinen haben. Kennengelernt hat er Alexander Steffes, der "Literaturbilder" herstellt, Anfang der 1990er Jahre.

Sie seien von der Arbeitsweise und vom Kopf her sehr ähnlich, stellt Rumpf fest. Steffes interpretiert Gedichte und Texte verschiedener Autoren nach seinen Intentionen. Dabei stellt er mal zentrale Textelemente abstrakt dar oder vermalt die abgestimmte und ausgewogene Sprache. Seine Bilder sind meistens farbenfroh gestaltet, mit einigen Grautönen, wie zum Beispiel das ausgestellte Werk, das Steffes? Interpretation von "Aufzeichnungen eines Verrückten" von Nikolai Gogol ist.

Einige Gemälde sind Collagen aus den unterschiedlichsten Materialen. Oftmals findet man übermalte und in das Bild integrierte Zeitungsartikel oder ein Zitat aus einem Werk. "Schrift ist ein wichtiger Faktor in meinen Bildern", sagt er, der durch seinen Vater den Zugang zu Literatur bekam und seine Kunstausbildung in Dänemark erhielt.

Die Farben Asiens

In der Ausstellung "Farben Asiens" mit Malerei der Kölner Künstlerin Irmgard Esch im Foyer des Wissenschaftszentrums, Ahrstraße 45, werden Bilder gezeigt, die in ihrem poetisch erzählerischen Charakter die menschliche Seite berühren. Sie sind Teil eines größeren Zyklus, der auf Eindrücke, die sich auf Asienreisen eingeprägt haben, zweite Blicke wirft - als ein erneutes und vertiefendes Nach-Innen-Nehmen.

In den farbintensiven und stimmungsvollen Bildern bewegt sich Esch auf einer Grenze vom Gegenständlichen zum Nicht-Gegenständlichen. Durch sensible Farbkompositionen, die Überlagerung verschiedener Schichten und durch ungewöhnliche Formen erhalten die Bilder Leichtigkeit und Bewegung. Die Werke sind in diesem Jahr nach einer Nepalreise entstanden, kurz vor dem Erdbeben. Ausstellungsende ist der 6. August.

Symphonie der Farben

Annegret Portsteffen, Kunsthistorikerin und Galeristin, beschenkt das Publikum ihrer Galerie in der Koblenzer Straße 35, Eingang Bürgerstraße, mit einer "Symphonie der Farben". Kürzlich eröffnete sie die Doppelausstellung mit dem Titel "Capriccios - Symphonie der Farben". Die Ausstellung zeigt Holzschnitte der in Hamburg lebenden Brasilianerin Tita do Rego Silva und keramische Gefäße der Leipzigerin Elke Sada. Die Ausstellung ist bis 11. Juli zu sehen.