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Explosionsgefahr in Muffendorf: Fass mit hochgiftigem Stoff gefunden

Explosionsgefahr in Muffendorf : Fass mit hochgiftigem Stoff gefunden

In Muffendorf sind bei Aufräumarbeiten in einem Fachwerkhaus rund dreißig Kilogramm einer hochexplosiven Substanz entdeckt worden.

Bei Aufräumarbeiten auf seinem Grundstück hat ein Anwohner der Martinstraße in Muffendorf am Montagmittag etwa 80 Jahre alte Pestizide in vier Blecheimern gefunden. Die alarmierte Feuerwehr schätzte die Pflanzenschutzmittel als mittlerweile sehr explosive Verbindung ein und forderte Fachkräfte des Bayer-Werks in Dormagen zur Unterstützung an.

Der Einsatzleiter der Bonner Feuerwehr, Albert Lehmann, sprach am Montagabend von einer "sehr brisanten Situation und einer hohen Explosionsgefahr". Das Haus des Bewohners und die Häuser in der Nachbarschaft wurden allerdings nicht evakuiert.

Gegen 16.15 Uhr war bei der Feuerwehr die Nachricht eingegangen, dass ein Fass mit unbekanntem Inhalt gefunden worden sei. Das hatte ein Bewohner der Martinstraße in Muffendorf bei Aufräumarbeiten in einem Holzverschlag auf seinem Hinterhof gefunden.

Der Mann benachrichtigte erst nur die Polizei, bald gaben sich allerdings Feuerwehrexperten, Beseitigungsfirmen und Fachleute die Klinke in die Hand, um genau herauszufinden, um welche Substanz es sich handelt.

Hochentzündlich und hochexplosiv

Die Behälter waren mit Warnungen und Hinweisen versehen, die auf einen giftigen Inhalt schließen ließen. Im Laufe der Zeit - die Feuerwehrexperten gehen von einer Lagerzeit von rund 80 Jahren aus - hatte sich der als Pflanzenschutzmittel identifizierte Stoff jedoch mit den Behältern zu einer hoch entzündlichen und hoch explosiven Chemikalie auskristallisiert.

Einsatzleiter Lehmann erklärte dem GA, es handle sich um zirka 30 bis 40 Kilogramm eines Pestizides, das nun zu einer Sprengkraft von knapp 20 Kilogramm TNT herangereift sei. Bei einer Explosion würde der Schuppen komplett zerstört und die Häuser in der Umgebung in Mitleidenschaft gezogen werden.

[tnt]Cornelia Metzger, direkte Nachbarin, hatte das Geschehen schon den ganzen Tag verfolgt: "Wegen einer Gefährdung mache ich mir keinen Kopf, ist nur Pech für den Nachbarn." Bei einer vorbeifahrenden Mutter klang das schon anders: "Oh Gott, muss ich meine Kinder jetzt in Sicherheit bringen? Geht hier gleich alles hoch?"

"Keine akute Gefahr für Anwohner"

Auch andere Nachbarn äußerten sich am Montagabend bei Facebook äußerst besorgt über die Situation. Die Einsatzkräfte gaben keine Informationen, die Anwohner wussten zum großen Teil nicht, was in der sehr engen Martinstraße in Muffendorf passiert.

Dem GA sagte Lehmann am späten Montagabend: "Wir können hier noch mehrere Tage beschäftigt sein." Die Polizei kontrollierte über Nacht die Behälter im Hinterhof.