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Feuer auf Reiterhof auf dem Annaberg in Bonn-Friesdorf

Feuer auf dem Annaberg : 700 Strohballen brennen in Lagerhalle auf Hof in Bonn-Friesdorf

Die helle, leicht bräunliche Rauchsäule war am Mittwochmorgen weithin zu sehen. Sie stieg über den Kottenforst empor und suchte sich ihren Weg in das Bonner Stadtgebiet, vor allem nach Friesdorf und Bad Godesberg – sie stammte von einem Reiterhof am Annaberger Weg.

Die Bonner Feuerwehr wurde gegen 7.42 Uhr zu dem Großbrand auf dem Annaberger-Hof gerufen. Dort stand eine rund 1000 Quadratmeter große Lagerhalle für Strohballen in Flammen. Als erstes trafen Feuerwehrkräfte der Bad Godesberger Wache ein, weitere Wehrleute und Einsatzmittel wurden aus dem gesamten Stadtgebiet von der Einsatzleitung zu dem Reiterhof entsandt. Martinshörner waren ab diesem Zeitpunkt in Friesdorf allgegenwärtig. Die Warnapp „Nina“ wies die Menschen in Friesdorf, auf dem Venusberg und im Kottenforst auf eine Geruchsbelästigung durch den Brandrauch hin. Anwohner sollten Fenster und Türen vorsichtshalber geschlossen halten. Auch die Feuerwehr Wachtberg wies per Social-Media-Nachricht auf den Brandgeruch hin, der im Gemeindegebiet wahrgenommen werden konnte. Eine Gefährdung sei von dem Rauch allerdings nicht ausgegangen.

20 Pferde konnten vor Flammen und Rauch gerettet werden

„In der Frühphase war es noch so, dass in einer angrenzenden Halle noch 20 Pferde untergebracht waren. Die sind von den Hofbesitzern oder Eigentümern gerettet worden“, erklärte Feuerwehr-Sprecher Frank Frenser dem GA vor Ort. Diese Rettungsaktion habe der Feuerwehr ermöglicht, dass sie sich auf die Brandbekämpfung konzentrieren konnte.

Eine aufwendige und kräftezehrende Aufgabe, die über Stunden andauerte: Nach Frensers Angaben  standen rund 700 Strohballen inklusive Teile der Lagerhalle in Brand. Die Ballen waren auf einer Höhe von bis zu fünf Metern gestapelt. Durch die große Hitze seien auch Teile des Lagers eingestürzt, weshalb die Brandbekämpfung vor allem von außen erfolgen musste. Stück für Stück arbeiteten sich die Einsatzkräfte vor und behielten dabei die Lage auch mittels Drohne und aus dem Korb einer Drehleiter im Blick. Im Verlauf des Einsatzes setzte die Feuerwehr sechs Teleskoplader ein, um die schier endlose Masse an Stroh zu entzerren und die einzelnen, noch brennenden Ballen auf ein nahes Feld zu transportieren. Dabei mussten die Fahrer der Teleskoplader besonders vorsichtig sein – denn durch den Rauch konnten sie kaum etwas sehen. Auf dem Feld löschten Einsatzkräfte die brennenden Ballen ab.

Die 130 Kräfte der Bonner Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Einheiten hatten nicht nur gegen die Flammen zu kämpfen, sondern auch mit einigen örtlichen Widrigkeiten. „Herausforderungen sind hier an der Einsatzstelle, dass die Löschwasserversorgung recht schwierig ist. Die nächstgelegenen, brauchbaren Hydranten sind mehrere hundert Meter entfernt“, so Frenser. Spezialkräfte der Freiwilligen Feuerwehr bauten zwei  Schlauchleitungen (1 Kilometer lang), damit ausreichend Wasser zu der Einsatzstelle transportiert werden konnte.

Rettungsmittel müssen durch den Wald transportiert werden

Auch die Zuwegung zu der Einsatzstelle gestaltete sich schwierig. Die Rettungsmittel wurden über die Annaberger Straße in Friesdorf durch den Wald auf den Annaberg gebracht. Zum Hof selbst führt ein schmaler Weg, und ein Feuerwehrfahrzeug reichte schon aus, um diesen zu blockieren. Auch die anderen Zuwegungen waren nur durch einen Einbahnverkehr befahrbar. „Wir mussten uns Gedanken machen, wie und in welcher Reihenfolge unsere Fahrzeuge anfahren, sodass wir uns nicht die Wege zustellen“, so Frenser. Daher richtete die Einsatzleitung im Bereich der Straßen Im Bachele/Annaberger Straße einen Bereitstellungsraum ein, in dem Einsatzkräfte gesammelt und je nach Bedarf zum Brandort beordert wurden. Die Polizei sperrte dafür die Annaberger Straße ab dem Klufterplatz für den Verkehr, später übernahm das Ordnungsamt die Sperrungen. Die Löschwasserversorgung wurde aus Ippendorf über den Gudenauer Weg aufgebaut. Frenser ging von einem langen Einsatz aus, der sich bis zum Donnerstag ziehen könne.

Unterstützung erhielt die Bonner Feuerwehr auch vom Technischen Hilfswerk (THW), der Johanniter Unfallhilfe und von Wehren aus Wachtberg und Meckenheim. Das THW schickte aus Köln und Siegburg weiteres Räumgerät. Der immer wieder einsetzende Regen konnte den Einsatzkräften allerdings nicht dabei helfen, die Flammen schneller zu ersticken – das Regenwasser war nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt und wird Ermittlungen zur Brandursache durchführen. Eine Schadenssumme konnte Polizeisprecher Simon Rott am Mittwoch nicht nennen.

(ga)