Diskussion über Integration jugendlicher Migranten Flüchtlinge gestalten Internetseite

BAD GODESBERG · Was ist Integration? Wer oder was sind jugendlichte Migranten? Und welche Projekte zur Integration gibt es in Bad Godesberg? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung, zu der die Arbeitsgemeinschaft für Bildung und Kultur eingeladen hatte.

Dabei wurde vor allem eins deutlich: Integration ist vor allem für Erwachsene ein Thema. Denn viele Jugendliche finden die Vielfalt der Nationen schlichtweg normal, berichtete Coletta Manemann, städtische Integrationsbeauftragte. Das bestätigte auch Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke.

Allerdings fühlten sich viele jugendliche Migranten schräg angeguckt, nach dem Tod von Niklas P. oder den Anschlägen in Brüssel und Paris unter Generalverdacht gestellt, führte Manemann aus. Erwachsene könnten mit diesem Misstrauen umgehen.

"Aber je jünger man ist, desto zerstörerischer wirkt sich das Gefühl aus." Natürlich gebe es Probleme; eine Entwicklung sei die zunehmende Zahl von Gewaltausbrüchen ohne Anlass. Dies aber "betrifft Migranten und Deutsche gleichermaßen". Bildung, Familie und starke Eltern seien notwendig, um schlechte Entwicklungen zu stoppen. "Wir brauchen mehr Angebote und eine andere Grundhaltung in der Gesellschaft. Anders funktioniert es nicht." Einige Angebote gibt es bereits in Godesberg, vier davon wurden bei der Veranstaltung vorgestellt.

Integration durch Sport und Bildung: Gemeinsam führen der Olympic Taekwondo Club Bonn (OTC) und die Arbeiterwohlfahrt unter dieser Überschrift zahlreiche Projekte in Pennenfeld durch. Diese stellte OTC-Vorstand und Taekwondo-Bundestrainer Aziz Acharki vor.

Dazu gehören Arabisch-Unterricht, ein Frühstück für Frauen, Lernförderung oder Mutter-Kind-Sport. Das Angebot stehe allen offen, so Acharki. Es gehe darum, Jugendliche zu motivieren und den Kontakt zu den Eltern herzustellen.

Ausbilden statt Abschieben: Der Verein AsA kümmert sich seit 15 Jahren um junge Flüchtlinge im Alter von 14 bis 25 Jahren. Angeboten werden Sprachkurse und Einzelnachhilfe, erzählte Carmen Martinez-Valdés. Die rund 70 Ehrenamtlichen helfen auch bei der Suche nach Wohnungen und Ausbildungsplätzen, bei Behördengängen und rechtlichen Fragen.

Derzeit betreut AsA 200 Jugendliche. Neu sei der Aspekt "Brücken bauen". Dabei geht es darum, für die jungen Flüchtlinge den Kontakt zu Sport- und Kulturaktivitäten herzustellen.

Haus der Generationen: Der muslimische Verein bietet Vorträge und Workshops, Sprach- und Kommunikationskurse, Freizeitaktivitäten, Aktionen mit anderen Vereinen und Organisationen wie der Fachstelle für interkulturelle Bildung und Beratung im Vereinshaus in Mehlem an, berichtete Ezana Elaidi, die den Verein vor 13 Jahren gegründet hat.

Außerdem gibt es andere Angebote wie ein Müttercafé. Darüber hinaus geht es dem Verein darum, erfolgreiche Jugendliche zu unterstützen und die anderen auf den rechten Weg zu führen.Im Verein sind 29 Nationalitäten vertreten, "jeder ist willkommen", so Elaidi.

Godesheim: Ein Projekt der Evangelischen Jugendhilfe Godesheim stellte Klaus Graf vor: Gemeinsam mit jugendlichen Flüchtlingen wurde eine Internetseite für minderjährige Flüchtlinge und Akteure der Flüchtlingshilfe (stadtgrenzenlos.de) eingerichtet.

Zum einen gibt es dort Videos, die die Jugendlichen für ihre Altersgenossen zu verschiedenen Themen gedreht haben. Es geht unter anderem um Vormundschaft, rechtliche Angelegenheiten oder die Frage, wie die Agentur für Arbeit funktioniert. Darüber hinaus gibt es Umfragen zu verschiedenen Bereichen wie zu Sprachkursen oder Angeboten.

Ziel ist es herauszufinden, welcher Bedarf besteht. Und über eine individuelle Ebene können sich zum Beispiel Betreuer, Vormund und minderjährige Flüchtlinge vernetzen.

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