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Integration in Bonn: Förderverein Kultur verbindet scharrt mit den Füßen

Integration in Bonn : Förderverein Kultur verbindet scharrt mit den Füßen

Der Verein Kultur verbindet fährt das pandemiebedingt pausierende Programm wieder hoch. Endlich können sich alle wieder sehen.

Der Verein Kultur verbindet hat die lange Corona-Zeit überstanden und legt wieder los: „Wir scharren mit den Füßen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Ulrike Dahmer. Bis Mitte März 2020 habe der seit 2008 bestehende Verein noch sein Normalprogramm fahren können: Er engagiert sich besonders für Kinder zugewanderter Familien, aber auch für deutsche zu fördernde Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, und zwar in Form von Lesepatenschaften, Ausflügen und weiteren gemeinsamen Aktivitäten. 150 Vereinsaktive, besonders pensionierte Ehrenamtliche, stehen bereit. „Doch dann hat uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert es Dahmer. Es seien wie woanders auch nur noch einzelne Veranstaltungen möglich gewesen.

Die Schulen, deren Räume man für die Betreuung der Kinder benötigt, hätten andere Sorgen als die zusätzlichen Förderprojekte gehabt. Außerdem hätten von den Freiwilligen des Vereins viele zu den Corona-Risikogruppen gehört. Digitaler Kontakt sei auch schwierig gewesen, wenn die Familien, deren Kinder gefördert werden sollten, über keine entsprechenden Möglichkeiten verfügten, so Dahmer. Einige Ehrenamtliche hätten aber durchaus kreative Ideen entwickelt, mit den Kindern im Gespräch bleiben zu können: indem man sich mit Einverständnis der Eltern am Rande von Spielplätzen traf. „Wir haben aber leider in der Pandemie zu einer ganzen Reihe Patenkinder den Kontakt verloren“, bedauert es Dahmer.

Arbeit muss wieder neu anlaufen

Die Arbeit müsse nun also wieder neu anlaufen. Kürzlich habe man mit einer Gruppe neugieriger Pänz eine Rüngsdorfer Stadterkundung gestartet, berichtet Dahmer. „Die Kinder haben Spielplätze getestet und bewertet.“ Sie hätten geprüft, wie sicher die Straßen für sie sind und was für interessante Dinge der Ortsteil zu bieten hat. Eine Foto- und Quizrallye mit Schatzsuche schloss sich an.

In Kürze startet auch wieder der Leseclub in den Räumen der Arbeiterwohlfahrt am Theaterplatz: Einmal die Woche treffen sich da Lesepaten mit Kindern, die zu Bücherwürmern werden wollen. Aktuell läuft ein mit dem Runden Tisch Flüchtlinge Bad Godesberg organisierter Schreibwettbewerb. Bis zum Ferienbeginn können Acht- bis 14-Jährige noch Beiträge zum Thema „Dein Lieblingsort in Bonn“ einschicken: in schriftlicher Form, als Audio oder Video.

In den Sommerferien sollen Kulturveranstaltungen etwa im Deutschen Museum stattfinden, im neuen Schuljahr wieder das Projekt Kulturpatenschaft in der Andreas-, der Goten, der Lyngsberg- und der Elisabeth-Selbert-Gesamtschule in Bad Godesberg sowie in der Erich-Kästner-, der Elsa-Brandström- und der Astrid-Lindgren-Schule in Bonn. Und dann soll es ein Musik-Förderprogramm sowie Workshops geben, die auch Theaterspiel und weitere kreative Arbeit mit Kindern beinhalten. Dafür versucht der Verein aktuell noch Spender und Förderer zu finden.

„Wir haben also viel vor“, sagt Dahmer. Sie ist kürzlich neu in den Vorstand gewählt worden. Bei der Online-Mitgliederversammlung wurde erneut Arzu Cetinkaya, eines der Gründungsmitglieder seit 2008, als Vorstandsvorsitzende bestätigt. Weiterhin zweite stellvertretende Vorsitzende bleibt Monika Schmidt-Engbrecht. Beisitzerinnen sind Shiri Dettmann-Nouri und Victoria Luin.

Kontakt über kulturverbindet-bonn.de