Godesburg Freier Blick vom Burgberg

Bad Godesberg · Stadtförster und Politiker wollen den Wildwuchs auf dem Godesberg unterhalb der Godesburg bändigen und alte Sichtachsen wiederherstellen. Bei einem Rundgang machten sie am Dienstag eine Bestandsaufnahme, um das weitere Vorgehen auszuloten.

„Wenn man hier mit wachem Auge durchgeht, bleibt ein ziemlich furchtbarer Eindruck“, meinte Reinhard Pfotenhauer am Dienstagmorgen bei einem kommunalpolitischen Rundgang mit Stadtförster Sebastian Korintenberg über den Godesberg. Gemeinsam mit dem neuen FDP-Ortsvorsitzenden Wolfgang Heedt und der stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin Hillevi Burmester (SPD) spazierte der Sprecher des kommunalpolitischen Arbeitskreises der Godesberger FDP um acht Uhr morgens bei eisiger Kälte einmal um das Wahrzeichen des Stadtbezirks, die Godesburg, herum. Hintergrund: Auf Initiative der Liberalen hatte sich die Godesberger Bezirksvertretung vor einer Woche dafür ausgesprochen, den Burgberg in Zukunft nicht mehr als Teil des Stadtwaldes zu behandeln. Anders ausgedrückt: Der Godesberg solle am besten zu einem Park umfunktioniert und umdeklariert werden. „Zumindest zu einem Teil, es muss ja nicht sofort der große Wurf sein“, meinte Burmester.

Bis es soweit sein könnte, dürfte aber wohl noch viel Wasser den Rhein hinunterlaufen, denn: „Der erste Schritt, um entsprechende Maßnahmen durchzuführen, ist eine juristische Überprüfung“, sagte Stadtförster Korintenberg, der grundsätzlich Verständnis zeigte für die Anliegen der Kommunalpolitiker, den Wildwuchs zu entfernen und alte Sichtachsen wiederherzustellen. Und er stellte klar: „Um hier etwas zu verändern, muss ein ganz neues Konzept her.“

Wolfgang Heedt hatte extra ein altes Schwarz-Weiß-Foto der Godesburg aus der Vogelperspektive mitgebracht, um zu dokumentieren, wie es dort noch vor ein paar Jahrzehnten ausgesehen hat. Die Perspektive zeigte deutlich, dass die Sicht von der Burg ins Tal sowie von unten auf die Burg nicht verstellt war. „Es müsste doch gelingen, zumindest einige Sichtachsen wieder herzustellen“, so Heedt. „Um alte Sichtachsen wieder herzustellen, müsste der Hang gerodet werden. Das ist zuletzt vor 2010 passiert“, entgegnete Korintenberg.

Neben den Sichtachsen spielte auch der schlechte Zustand des Burggemäuers eine Rolle. Neben Efeu und Wildwucherungen an der Burgmauer begutachtete die Gruppe von unten auch den Außenrand der Terrasse, wo sich offensichtlich bereits der ein oder andere Stein aus dem Beton gelöst hat. „Für das Efeu und die Wildwucherungen am Burggemäuer sind allerdings andere Fachämter zuständig“, meinte Korintenberg.

Ein weiteres Stichwort im Zusammenhang mit einer möglichen Sanierung des Fußweges und dem Entfernen des Wildwuchses drumherum lieferte Hillevi Burmester: „Dann verbessert sich auch das Sicherheitsgefühl für Besucher und Spaziergänger hier oben.“ Für die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin stand nach dem Rundgang fest: „Für Veränderungen hier rund um den Godesberg müssen wir Geld in den Haushalt stellen.“

Dass die Stadtverwaltung nun zumindest indirekt dafür kritisiert wird, dass der Burgberg zuwuchert, lässt durchaus auch unter einem anderen Gesichtspunkt aufmerken: Vor einigen Jahren hatte sich Korintenberg nach einer umfassenden Fällaktion öffentlich dafür rechtfertigen müssen, dass er an der Godesburg Kahlschlag betreibe. Seinerzeit hatte der Förster die „präventive Maßnahme“ mit dem Zustand vieler Bäume erklärt. Auch damals hatten sich zahlreiche Bürger über die Vorgehensweise beschwert.

Von der zwischenzeitlich als Kompensationsmaßnahme ins Spiel gebrachten Idee, am Burgberg Kirschbäume anzupflanzen, um den Godesberg im Frühjahr in eine rosarote Blütenlandschaft zu betten, hat man indes seit langer Zeit nichts mehr gehört.

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