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Frühjahrsputz am Godesberger Rheinufer: Friesdorfer Familien sammeln Müll und testen das Wasser

Frühjahrsputz am Godesberger Rheinufer : Friesdorfer Familien sammeln Müll und testen das Wasser

Ob zum spontanen Feierabendbier oder einem Grillausflug: Sobald das Wetter es zulässt, strömen zahlreiche Menschen ans Ufer links und rechts des Rheins. Sie hinterlassen Müll. Familien räumen nun auf.

Dass die Strände und Rasenflächen danach oft nicht mehr so idyllisch aussehen, scheint einige Besucher nicht zu kümmern. Viele räumen den Müll, den sie verursachen, nicht weg. So hat sich in diesem Jahr schon nach den ersten sonnigen Tagen allerlei Abfall und Unrat am Rheinufer angesammelt.

Und auch das Hochwasser hat seine Spuren in Form von angespülten Plastiküten und Glasscherben hinterlassen. Um dieser Umweltverschandelung entgegenzuwirken, trafen sich die Mitglieder des Familienkreises St. Servatius Friesdorf am Rheinufer und sammelten auf etwa einem Kilometer zwischen Posttower und ehemaliger amerikanischer Siedlung Müll.

Mit Gartenhandschuhen und Bollerwagen gewappnet, liefen die kleinen und großen Mitglieder des Familienkreises das Ufer ab. Schon nach einigen Metern füllten sich ihre blauen Müllsäcke und Plastikeimer. Zahlreiche verrostete Kronkorken, Bierdosen und Zigarettenpackungen hatte Michael Rupp bereits nach wenigen Minuten zwischen den Kieselsteinen aufgelesen. „Ich glaube, das sind die Reste einer Grillparty“, sagte er.

Dafür, dass Leute ihren Dreck nicht wegräumen, hat der Familienvater kein Verständnis. „Das Problem ist auch, dass zwar in den Rheinauen regelmäßig saubergemacht wird, aber hier weiter flussaufwärts nicht“, ergänzte Norbert Nietgen. Seit 2005 treffen sich die zehn Familien einmal im Monat zu Ausflügen und Wanderungen, Theater- und Museumsbesuchen oder thematischen Wochenenden.

Auch das Rheinufer ist bei den Friesdorfer Familien im Sommer beliebtes Ausflugsziel. „Da haben wir uns gedacht: Der Frühling ist ja die Zeit für einen großen Hausputz, aber für die Natur hier fühlt sich niemand verantwortlich“, erklärte Nietgen. So entschloss sich der Kreis zur gemeinsamen Umweltaktion.

Um die Qualität des Wasser zu untersuchen, nahmen die Müllsammler auch Proben aus dem Rhein. Michael schöpfte mit einem ausgedienten Marmeladenglas, das an einem Besenstiel befestigt ist, Wasser aus den Wellen.

„Das sieht ganz schön sauber aus“, sagte der Neunjährige, nachdem er den Behälter vom Stiel genommen und die Flüssigkeit begutachtet hatte. „Nur ein bisschen Sand oder so etwas schwimmt darin.“ Später wollen die Familien das Aussehen und den Geruch der Wasserprobe mit anderen Proben aus dem Bötchensee und dem Annaberger Bach und mit Flüssigkeiten wie Öl oder Essig vergleichen.

„Es geht uns bei diesem Ausflug auch darum, unseren Kindern zu vermitteln, wie Umweltverschmutzung entsteht und wie sie vermieden werden kann“, meinte Nietgen.