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Renovierung im Kinder- und Jugendheim: Frische Farbe und neue Möbel im Haus Käthe Stein

Renovierung im Kinder- und Jugendheim : Frische Farbe und neue Möbel im Haus Käthe Stein

Das Haus Käthe Stein bietet jungen Menschen ein Zuhause, wenn sie für eine gewissen Zeit nicht bei ihren Eltern leben können. Dann einer Spende der VR-Bank-Stiftung konnte ein Gruppenraum des Kinder- und Jugendheim renoviert werden.

In eine Wohlfühlatmosphäre tauchen Besucher im Haus Käthe Stein. Hier finden bis zu 25 junge Menschen von sechs bis 17 Jahren ein Zuhause auf Zeit, wenn sie aus verschiedenen Gründen eine Zeitlang nicht bei ihren Eltern leben können. Wie in allen Immobilien kommen auch hier Einrichtung und Räume von Zeit zu Zeit in die Jahre. Um das Team bei der Renovierung und neuen Möblierung der vereinsgeführten Einrichtung zu unterstützen, überreichten Martin Ließem und Ralph Unger als Vertreter der VR-Bank Bonn jüngst 5000 Euro an den Einrichtungsleiter Michael Schaefer und die erste Vorsitzende des Vereins, Cornelia Nowke.

Für eine von drei Gruppen bedeutete die Spende, dass ihr Gruppenraum neue Farbe an den Wänden bekam und mit einem neuen Boden ausgestattet wurde. Außerdem schmücken nun neue Schränke, Regale, eine Sofaecke und ein Sitzsack den gemütlich eingerichteten Raum. „Die Kinder haben mit ausgesucht und mitentschieden“, beschrieb Betreuerin Elke Quednau die Integration der neun in dieser Gruppe lebenden Bewohner. Auch als die Möbel kamen, durften sie mitmachen: „Wo die Kinder helfen konnten, haben sie auch mit aufgebaut“, so Quednau.

Im Gruppenraum haben auch Wellensittiche und Meerschweinchen ihren Platz gefunden. „Im Garten haben wir noch Kaninchen“, sagte die zweite Betreuerin Julia Weiß. Gepflegt werden die Tiere und ihre Behausungen in der Hauptsache von den Kindern. „Es gibt einen Tierpflegeplan, da teilen sich die Kinder die Arbeiten auf“, sagte Quednau. Für die 12- bis 17-Jährigen schaffen die Mitarbeiter einen geregelten Tageslauf mit Zeit für Schulbelange und Freizeitgestaltung ebenso wie für private Termine.

Durchschnittlich zwei Jahre bleiben die Kinder und Jugendlichen im Haus. Allerdings würden auch ehemalige Bewohner auf ihrem Weg ins eigene Leben ambulant betreut, wenn sie es wünschen und der Bedarf bestehe, sagte Schaefer. Die meisten von ihnen stammen aus Bonn, Bad Godesberg oder dem erweiterten Einzugsgebiet von Köln bis Koblenz und von Euskirchen bis Siegburg. „Manchmal ist es auch sinnvoll, dass die jungen Menschen eine völlig neue Umgebung erfahren“, sagte Schaefer. In diesen Fällen kann der Heimatort mehrere Hundert Kilometer entfernt liegen.

Das Ziel des Teams ist, den zu ihnen kommenden jungen Menschen einen Platz zu bieten, an dem sie nach schwierigen Erlebnissen wieder Fuß fassen und sich entwickeln können. Dazu verfolgen Leitung und Mitarbeiter unter anderem einen freizeitpädagogischen Ansatz mit dem Fokus auf der Anleitung und Orientierung zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung. In der Erlebnispädagogik sollen die jungen Menschen alle Facetten ihrer Persönlichkeit besser kennenlernen und den Umgang mit ihnen erlernen.

„Wir würden uns wünschen, dass unsere Arbeit auch vonseiten der Stadt anders wertgeschätzt würde“, sagte Einrichtungsleiter Michael Schaefer. Oft schon haben sie erlebt, dass bei Etat-Engpässen zuerst bei ihnen gespart würde, indem es für sie keine Aufstockung von Geldern gebe, bestätigte Nowke. „Tariferhöhungen für die Mitarbeiter, Ausstattung und qualitativ gute päda­gogische Arbeit kosten Geld“, stellte Schaefer sachlich fest.